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07.02.2000
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Kindstod häufig vermeidbar

dpa-Artikel

Mehr als 60 Prozent der Fälle von Plötzlichem Kindstod sind nach einer britischen Studie auf unsachgemäße Behandlung der Säuglinge zurückzuführen. In der bislang größten Untersuchung heißt es, der Tod im Säuglingsalter trete "überproportional innerhalb einer geringen Bevölkerungsminderheit" auf.

In der Studie der Stiftung zur Aufklärung des Plötzlichen Kindstods und dem britischen Gesundheitsministerium wurden 450 Fälle untersucht. Danach ergibt sich, dass Informationen über die richtige Behandlung der Säuglinge die betroffenen Bevölkerungsschichten "offenbar nicht erreichen oder ignoriert" würden. Etwa sechs Prozent der Fälle gehen auf Misshandlung, Vernachlässigung und "extrem schlechte Pflege" zurück. Neben den bekannten Empfehlungen, Babys nicht auf den Bauch zu legen, in ihrer Nähe nicht zu rauchen und sie vor Überwärmung zu schützen, geben die britischen Wissenschaftler weitere Hinweise. Nach ihren Forschungen erhöht sich das Risiko des Plötzlichen Kindstods um das 50fache, wenn Säuglinge mit einem Erwachsenen auf dem Sofa einnicken.

Eltern sollten es vermeiden, nach dem Genuss von Alkohol, Zigaretten oder der Einnahme von Schlaftabletten ihr Baby mit ins Bett zu nehmen. Der Studie zufolge sind mit 63 Prozent Jungen häufiger von dem Plötzlichen Kindstod betroffen. Die Opfer hätten häufig ein unterdurchschnittliches Geburtsgewicht und seien oft Frühgeborene. Besonders gefährdet seien Zwillinge. Im Jahr 1998 registrierte das Statistische Bundesamt für Deutschland 602 Fälle von Plötzlichem Kindstod.

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