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Notruf für Hör- und Sprachgeschädigte

02.09.2002
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Notruf für Hör- und Sprachgeschädigte

von Ariane Schmidt, Berlin

Die Notrufnummer 112 kennt fast jedes Kind. Was jedoch, wenn man sich am Telefon nicht verständlich machen kann? Ein Verein hat jetzt ein spezielles Notrufsystem für Menschen entwickelt, die hör- und sprachbehindert sind.

Der Notruf stellt für Gehörlose und Sprachgeschädigte ein großes Problem dar. Diese können ihren Hilferuf nur über ein Fax an die Notrufzentralen senden. Leider gibt es hierfür keine einheitliche Faxnummer wie 112 sondern insgesamt 300 verschiedene Nummern in ganz Deutschland, die nicht einmal regelmäßig entgegengenommen werden.

Mit diesem Problem befasst sich seit einiger Zeit der gemeinnützige Engelschutz e. V., der das Ziel hat, Behinderten und Senioren die Nutzung von moderner Technik zu ermöglichen. Unter anderem hat der Verein hierfür ein Handy modifiziert, das durch seine „Paniktaste“ eine einfache Bedienung gewährleistet.

Die nützlichste Entwicklung des Vereins ist jedoch eine spezielle Software, die Hör- und Sprachgeschädigten den Communicator der Firma Nokia nutzbar macht. Sie löst weltweit erstmalig das Problem des Notrufes von unterwegs. Mit Hilfe der Software spricht das Gerät für den Gehörlosen den Notruf in Deutsch, Englisch und Französisch und ist überall in Europa einsetzbar. Mehr Informationen zu diesem Thema bietet die Internetseite www.euronotruf.deTop

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