Pharmazeutische Zeitung online

Zu wenig Salz schadet

19.06.2000
Datenschutz bei der PZ

-MedizinGovi-Verlag

Zu wenig Salz schadet

PZ-Artikel

Dass eine Reduktion der Salzaufnahme nicht unbedingt das kardiovaskuläre Risiko senkt, ist bekannt. Menschen, die wenig Salz aufnehmen, scheinen sich jedoch zusätzlichen Risiken auszusetzen. Das meldet der Verein Deutsche Salzindustrie in einem Kongressbericht von "Salt 2000" in den Haag.

Eine Blutdruckreduktion infolge starker Salzrestriktion sei nicht zwangsläufig positiv zu bewerten, berichtete Professor Dr. Michael H. Alderman, New York. Die verringerte Salzzufuhr steigere zum Beispiel die Plasma-Renin-Aktivität, die Aktivität des Sympathikus, die Insulinresistenz und die Nüchternblutzuckerwerte - Faktoren die eher mit einer Zunahme kardiovaskulärer Erkrankungen assoziiert sind. Aldermann forderte daher randomisierte klinische Studien, die Nutzen und Risiken der Salzbeschränkung klären.

Eine Untersuchung an 1400 Amerikanern habe bereits gezeigt, dass diejenigen, die am wenigsten Salz verzehrten, ein 20 Prozent höheres Risiko hatten, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben als die Studienteilnehmer mit dem höchsten Salzkonsum. Ein ähnliches Ergebnis deute eine neue Auswertung der MRFIT-Studie an. Bei den Studienteilnehmern mit dem geringsten Salzkonsum scheinen auch hier kardiovaskuläre Ereignisse am häufigsten aufzutreten.

Top

© 2000 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de

Mehr von Avoxa