Pharmazeutische Zeitung online

Behandlung von Kurzsichtigkeit ohne Sehhilfen

24.02.1997  00:00 Uhr

-Medizin

  Govi-Verlag

Behandlung von Kurzsichtigkeit ohne Sehhilfen

  Der Wunsch, bei Fehlsichtigkeiten ohne jegliches optisches Hilfsmittel auszukommen, dadurch unabhängiger und freier zu sein und dennoch gut sehen zu können, entspricht dem Zeitgeist. Auf einem Presseseminar der Privatklinik Della Scala in Salzburg stellte Professor Dr. Matthias Sachsenweger Ende 1996 eine erst seit zwei Jahren eingesetzte Methode zur Korrektur von Kurzsichtigkeiten vor: das Laser in situ-Keratomileusis (LASIK)-Verfahren, das bei Dioptrien bis 25 eingesetzt werden kann.

Die LASIK-Methode baut auf die seit fast 10 Jahren angewandte Excimer-Laser-Behandlung auf. Ziel dieses Verfahrens ist es, mit energiereichem Kaltlicht die Brechkraft des Auges zu verändern, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren und dem Patienten die Chance zu geben, im täglichen Leben ohne Brille auszukommen.

Das Prinzip besteht darin, nach mechanischer Entfernung der obersten Hornhautschicht das Hauptgewebe mittels computergesteuerter Laserstrahlung abzutragen. Die notwendige optische Korrektur wird ohne Einbringen eines Fremdkörpers mit bemerkenswerter Genauigkeit in das Gewebe eingeschliffen.

Die Daten, die zur Behandlung notwendig sind, wie die Beschaffenheit der Hornhautoberfläche, Brechkraft des Auges, gewünschte Korrektur, Tiefe der Abtragung, Größe der Behandlungsfläche, Länge des Auges und Dicke der Hornhaut, werden in einer Voruntersuchung ermittelt und in den Lasercomputer eingegeben. Innerhalb von weniger als einer Minute nimmt der Laser die Korrektur an der Hornhaut vor. Der Arzt überwacht den Ablauf durch ein Mikroskop.

Die Behandlung ist schmerzfrei. Allerdings treten in den nächsten Stunden vorübergehend Schmerzen auf. Die Korrektur von geringen und mittleren Brechungsfehlern erfolgt mittels der älteren Photorefraktiven Keratektomie (PRK). Dabei wird, wie oben beschrieben, die oberste Hornhautschicht mit einem speziellen Messerchen entfernt und die notwendige Korrekturlinse in die Hornhaut eingeschliffen.

Bei hohen Brechungsfehlern wird die LASIK-Methode angewandt. Bei dieser neueren Methode wird zunächst mit einem speziellen Schnitt die Hornhautoberfläche sehr präzise eingeschnitten, der Oberflächenlappen zur Seite geklappt und dann die Korrekturlinse mittels Laser entsprechend dem älteren Verfahren in die Hornhaut eingeschliffen. Danach wird der Oberflächenlappen wieder zurückgeklappt und fixiert sich automatisch auf physiologischem Wege.

Aus eigenen klinischen Untersuchungen konnte Sachsenweger den Erfolg in Salzburg demonstrieren. Nach der Behandlung trugen 60 Prozent der Patienten keine, 30 Prozent gelegentlich und 10 Prozent ständig eine Brille. Zur letzten Gruppe gehörten insbesondere Patienten mit sehr hoher Fehlsichtigkeit, ihre Brillenstärke war allerdings nach der Behandlung wesentlich geringer als vorher.

PZ-Artikel von Hartmut Morck, Salzburg
       

© 1996 GOVI-Verlag
E-Mail:
redaktion@govi.de

Mehr von Avoxa