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Krebs ist heilbar, aber nicht überall

20.01.2003  00:00 Uhr
Weltweiter Aktionstag

Krebs ist heilbar, aber nicht überall

von Ulrike Abel-Wanek, Eschborn

Den 15. Februar hat die „Internationale Vereinigung der Eltern krebskranker Kinder“ zum zweiten Internationalen Kinderkrebstag ausgerufen. Das meldet die Deutsche Kinderkrebsstiftung. Gemeinsam mit den Elternorganisationen 36 weiterer Länder weist sie an diesem Tag auf den weltweit hohen Bedarf an besseren Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankung hin.

Nitya Mohan zählt zu denen, die Glück hatten. Das 13-jährige indische Mädchen hat ihre Krebserkrankung überwunden: „Ich war erst sieben Jahre, als ich an Leukämie erkrankte. Die Behandlung dauerte lange, war hart und schmerzhaft, aber ich war tapfer und habe nicht aufgegeben. Jetzt geht es mir so gut wie jedem anderen Teenager. Ich möchte den anderen Kindern sagen, dass man den Krebs besiegen kann und das Leben danach tatsächlich wieder normal wird. Es lohnt sich durchzuhalten.“

Indien gehört zu den Ländern, in denen die fachgerechte Diagnose, Behandlung und Pflege krebskranker Kinder noch zu Wünschen übrig lässt. Bis zu mehreren Tagen dauert die Reise für Betroffene zum nächsten Behandlungszentrum, und international anerkannte Medikamente sind für viele unerschwinglich. Die indische Elternvereinigung „Sahayta“ ging mit diesen Problemen an die Öffentlichkeit und verzeichnet seitdem erhebliche Verbesserungen. Nitya ist ein Beispiel für berechtigte Hoffnung und Ansporn für alle Eltern- und Hilfsorganisationen.

Während in wohlhabenden Ländern dank fortschrittlicher Behandlungsmethoden gute Heilungschancen bei Krebserkrankungen im Kindesalter bestehen, liegt die geschätzte Überlebensrate weltweit bei nur 20 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland werden zwei von drei Kindern, bei manchen Tumorarten sogar 90 Prozent der Patienten wieder gesund. Das Deutsche Kinderkrebsregister in Mainz meldet jährlich 1700 bis 1800 Neuerkrankungen. Die wirkliche Zahl dürfte aber höher liegen, da immer noch nicht alle Fälle gemeldet werden.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung dieser Kinder sind spezialisierte Behandlungszentren mit erfahrenen Ärzten und anderen beteiligten Berufsgruppen, die Eltern und Kinder auf dem langen Weg der Therapie begleiten und unterstützen. Trotz guter Prognosen bedeutet die Erkrankung zunächst immer ein lebensbedrohliches Ereignis. Sie bringt hohe emotionale Belastungen und einschneidende Veränderungen für die ganze Familie mit sich.

In der Mehrzahl der Länder hat jedoch nur eins von fünf Kindern Zugang zu einer angemessenen Behandlung. Damit auch in ärmeren Regionen in Zukunft die höchstmöglichen Heilungsraten erzielt werden können, sorgen Elterngruppen der wohlhabenderen Länder mit verschiedenen Projekten für eine bessere Versorgung. Sie übernehmen beispielsweise Patenschaften für Vereinigungen wie „Sahayta“, organisieren und beschleunigen den Wissenstransfer oder beschaffen Ausbildungshilfen für Mediziner. In Deutschland kann die internationale Arbeit unterstützt werden mit steuerabzugsfähigen Spenden an die Deutsche Kinderkrebsstiftung, Konto 555 666 bei der Dresdner Bank, BLZ 370 800 40, Verwendungszweck „ICCCPO“.

 

Der Internationale Kinderkrebstag wurde erstmals im Januar 2002 in 30 Staaten begangen. Bei verschiedenen Aktionen wurden mehr als 100.000 Dollar an Hilfsgeldern mobilisiert.

Hauptsponsor des Tages ist die britische Hilfsorganisation Cancer Research UK: www.cancer.org.uk

Die internationale Vereinigung der Eltern krebskranker Kinder ICCCPO (International Confederation of Childhood Cancer Organisations) wurde 1994 in Spanien gegründet. Ihr gehören 54 Mitgliedsorganisationen in 46 Ländern an. Informationen: www.icccpo.org

In Deutschland ist sie durch den Dachverband „Deutsche Leukämie-Forschungshilfe – Aktion für krebskranke Kinder e.V. (DLFH) beziehungsweise dessen Stiftung „Deutsche Kinderkrebsstiftung“ vertreten. Informationen unter www.kinderkrebsstiftung.de

 

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