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Für 2005 viel Erfolg

13.12.2004
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Für 2005 viel Erfolg

Ein ereignisreiches Jahr mit vielen gesundheitspolitischen Aktivitäten geht zu Ende. Auch die Wahlperiode des jetzigen ABDA-Vorstands ist in wenigen Tagen beendet. Vier Jahre, die mit schwerwiegenden gesetzlichen Maßnahmen gepflastert waren, wie dem Gesundheitsreformgesetz, dem Arzneimittelausgabenbegrenzungsgesetz, dem Beitragssatzsicherungsgesetz und dem GKV-Modernisierungsgesetz (GMG).

Besonders das letztgenannte Gesetz hatte zum Ziel, das deutsche Gesundheitssystem strukturell zu verändern. Auch wir Apotheker wurden nicht verschont von den Veränderungen. Ökonomisierung des Systems und Wettbewerb sollten die Wunderformel sein, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Unser Berufsstand hat sich nicht auf diese Diskussion eingelassen, sondern aktiv die pharmazeutische Qualität und unsere fachliche Kompetenz in den Vordergrund unserer Aktivitäten gestellt. Denn eines wurde schnell deutlich: Würden nur die Ökonomen das System umgestalten, hätte die Apotheke in ihrer unabhängigen Form, geführt von einem freiberuflich tätigen Apotheker oder Apothekerin der Vergangenheit angehört.

Versandhandel und Filialapotheken wurden mit dem GMG eingeführt. Mit der neuen Arzneimittelpreisverordnung ist uns aber der Einstieg in ein Honorarsystem gelungen, bei dem unsere pharmazeutische Tätigkeit, das heißt die patientenorientierte Dienstleistung um das Arzneimittel honoriert wird. Apothekenkritische Kreise können nun nicht mehr behaupten, wir würden die Auswahl eines Arzneimittels nur am Preis orientieren oder wir wären mit die Preistreiber.

Mit dem Hausapothekenmodell und insbesondere mit dem am 3. Dezember unterzeichneten trilateralen Vertrag zur hausapotheken- und hausarztzentrierten Versorgung ist eine vertragliche Einbindung des Apothekers in die Versorgung der Patienten gelungen, die zukunftsweisend ist.

Neben dem neuen Preisbildungssystem ist der Vertrag aus meiner Sicht als historisch bedeutsam einzustufen, da erstmalig der Apotheker im Rahmen des Sozialgesetzbuches V in einem integrierten Versorgungssystem neben dem Arzt in die Betreuung des Patienten vertraglich eingebunden ist. Innerhalb der von der Politik gewollten wettbewerblichen Strukturen ist damit die Entwicklung vom ordnungspolitischen zum vertraglich vereinbarten, möglichst einheitlichen Rahmen geschafft. Nun gilt es, den Vertrag mit Leben zu erfüllen und unsere Rolle für Patienten, Ärzte, Kostenträger und Politik als wertvoll und unverzichtbar deutlich zu machen.

Nur auf diesem Weg wird die Apotheke als von Fremdkapital unabhängige Einrichtung im deutschen Gesundheitswesen und der Apotheker als freier Heilberuf überleben können.

Dies zu sichern, war mein Bestreben in den letzten acht Jahren als ABDA-Präsident. Diesen Zielen galt und gilt mein ganzer Einsatz. Erstmals 1972 in den BAK-Vorstand gewählt, möchte ich mich sehr herzlich bei all denjenigen bedanken, die mich während meiner vielen Jahre als BAK- und ABDA-Präsident unterstützt haben, sei es mündlich oder schriftlich, vor allem aber durch Aufmunterung und konstruktive Kritik in den vielen persönlichen Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen der Basis und den Gremien von ABDA, BAK und DAV.

Auch morgen wird die Symbiose von pharmazeutischer Qualität und Wirtschaftlichkeit über unsere Zukunft entscheiden. Wir haben es mit in unseren Händen, dass der Apotheker ein ökonomisch versierter Heilberufler bleibt; bei Erfüllung unserer Kernkompetenz ist mir insoweit um die Zukunft unseres Berufsstandes nicht bange, egal wo jeder von uns tätig ist.

Dem neuen ABDA-Vorstand, und hier insbesondere meinem Nachfolger, wünsche ich viel Erfolg bei seiner politischen Arbeit in den nächsten vier Jahren, vor allem Mut, Nachhaltigkeit, Stehvermögen und Glaubwürdigkeit. Ihnen und Ihren Familien wünsche ich trotz der unruhigen gesundheitspolitischen Zeit ein besinnliches Weihnachtsfest und viel Erfolg in 2005, darüber hinaus die volle Gesundheit.

Hans-Günter Friese
Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
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