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Kompetenz belegen

04.09.2000
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- EditorialGovi-Verlag

Kompetenz belegen

von Dr. Hartmut Morck,
Chefredakteur

Ist es möglich, alle Apothekerinnen und Apotheker auf der Welt vor dem Hintergrund der Globalisierung auf einen Konsens einzustimmen? Eine Frage, auf die der 60. Weltkongress der Pharmazie, veranstaltet von der Fédération Internationale Pharmaceutique (FIP) in der letzten Woche in Wien, eine Antwort geben wollte.

Wien zeigte aber einmal mehr, dass es in absehbarer Zeit nicht möglich sein wird, die Systeme in allen Ländern zu vereinheitlichen. Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen für die Apotheken auf den einzelnen Kontinenten und insbesondere die Unterschiede zwischen reichen und armen Ländern.

Dies vor Augen formulierte FIP-Präsident Dr. Peter Kielgast in seiner programmatischen Eröffnungsrede, die er unter die Überschrift Globalisierung stellte, das Hauptziel der FIP, den Bedarf an Pharmazeuten weltweit sicherzustellen, denn die Gesellschaft, egal in welchem Land, brauche die Kompetenz der Pharmazeuten.

Diese Botschaft darf allerdings nicht nur von den Pharmazeuten kommen, sondern muss auch von anderen Beteiligten im Gesundheitswesen vertreten werden. Deshalb hat die FIP folgerichtig nach Allianzen mit anderen Organisationen gesucht. Seit langem gibt es eine enge Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO). Nun wurden Verträge über Kooperationen auch mit dem Weltverbänden der Mediziner und der Krankenschwestern geschlossen.

Ich würde mir wünschen, dass auch auf nationaler Ebene solche Allianzen geschlossen werden. Aber davon sind wir in Deutschland noch ein gutes Stück entfernt, solange Konkurrenzdenken die Gespräche zwischen den Beteiligten im Gesundheitswesen bestimmen.

Die deutschen Apothekerinnen und Apotheker sind also in erster Linie auf sich gestellt, um die Gesellschaft von der Notwendigkeit der Apotheker und der Institution einer unabhängigen Apotheke zu überzeugen. Internet und E-Commerce oder besser E-Pharmacy sind die globalen Herausforderungen für den Berufsstand, in dieser Richtung aktiv zu werden. Es ist deshalb zu begrüßen, dass die FIP auch für die Internet-Seiten, die mit Pharmazie zu tun haben, eine Guideline im Sinne von Good Pharmacy Practice formulieren will. Ob Kielgasts Aussage "es ist besser, dass Pharmazeuten E-Pharmacy machen als Nichtapotheker" in allen Ländern Zustimmung findet, bleibt abzuwarten.

Eines ist aber sicher, die Apothekerschaft beziehungsweise die individuelle Apotheke muss sich rüsten, dem elektronischen Konkurrenten mehr Kompetenz entgegenzusetzen. Dies ist in erster Linie mit einer professionellen Beratung bei der Arzneimittelabgabe zu erreichen. Hilfestellung möchten wir unseren Lesern mit dem Arzneistoff-Dialog anbieten, der von Kollegen aus der Praxis für die Praxis entwickelt wurde. Ab dieser Ausgabe finden Sie auf den perforierten Seiten der PZ Schnellinformationen zu einzelnen Arzneistoffen, die gesammelt werden können und Sie dabei unterstützen werden, Ihre Kompetenz der Gesellschaft zu belegen. Top

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