Frauen: Die Pharmaindustrie ist weiblicher als andere Branchen |

Anders als in vielen anderen Branchen ist der Frauenanteil in den Pharmaberufen fast genauso groß wie der Männeranteil. 44 Prozent des wissenschaftlichen Personals in Forschung und Entwicklung der pharmazeutischen Industrie seien weiblich, teilte der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) zum heutigen Weltfrauentag mit. Insgesamt seien in den Abteilungen sogar mehr als 50 Prozent Frauen.
«Die Erfolgsgeschichte kann fortgeschrieben werden», frohlockt der vfa, der seit 2011 übrigens von einer Frau – der ehemaligen NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer – geführt wird. Immerhin habe die Menschheit die gängigsten Medikamente gegen Gicht und Herpes sowie das erste Immunmedikament für Organtransplantierte einer Frau zu verdanken, nämlich der Medizin-Nobelpreisträgerin Gertrude Belle Elion. Auch das derzeit meistverwendete Malaria-Medikament wurde demnach maßgeblich von einer Frau entwickelt: der Chinesin Youyou Tu, die 2015 mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.
In anderen Berufsfeldern ist, was den Frauenanteil angeht, noch deutlich mehr Luft nach oben als in der Pharmaindustrie. Vor allem in den typischen Männerdomänen sprechen die Zahlen für sich: Gerade einmal 12,6 Prozent Frauen arbeiten laut Statistischem Bundesamt im Fahrzeugbau, nur wenig mehr im Maschinenbau. In der Chemie und der Elektrotechnik haben sie mit immerhin 20,3 beziehungsweise 22,7 Prozent aufgeholt. Am ausgeglichensten ist das Geschlechterverhältnis am Arbeitsplatz demnach im Bildungssektor: Hier liegen Frauen mit 55 Prozent Anteil leicht vorn. (cd)
08.03.2018 l PZ
Foto: Ablynx