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Rauchen: Pneumologen warnen vor E-Zigaretten als Einstiegsdroge

E-Zigaretten, Shishas und Tabakerhitzer, sogenannte Heat Sticks, können junge Menschen nikotinabhängig machen und helfen nicht eindeutig bei der Raucherentwöhnung. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in einer Pressemeldung hin. Damit reagiert sie auf Marketingkampagnen der Tabakindustrie, die E-Zigaretten als «gesündere Alternative» zur Tabakzigarette bewerben.

 

«Der süße Geschmack der E-Zigarette und das breite Angebot an Aromastoffen machen das Dampfen vor allem bei jungen Menschen beliebt und erhöhen die Akzeptanz für das Rauchen», warnt der Pneumologe Dr. Peter Kardos. Eine US-amerikanische Studie, die Daten aus neun Studien mit rund 17 300 Jugendlichen analysierte, hatte 2017 gezeigt, dass die E-Zigarette den Einstieg in den konventionellen Tabakkonsum bahnen kann (JAMA Pediatrics 2017, Band 171/8, Seite: 788-797; DOI: 10.1001/jamapediatrics.2017.1488).

 

Die Wahrscheinlichkeit, mit dem Zigarettenrauchen zu beginnen, betrug demnach 30,4 Prozent bei denen, die schon einmal E-Zigaretten geraucht hatten, und knapp 8 Prozent bei denen, die dies nie getan hatten. Selbst wenn die bekannten Risikofaktoren für Rauchen berücksichtigt wurden, lag die Rate der Zigaretten-Anfänger 3,6-fach höher, wenn die Jugendlichen die E-Zigarette probiert hatten.

 

Was das Inhalieren von Dämpfen aus E-Zigaretten, Wasserpfeifen und Tabakerhitzern langfristig für die Gesundheit bedeutet, lasse sich aufgrund der aktuellen Studienlage nicht beurteilen, schreibt Kardos in der Pressemeldung. «Zwar enthalten E-Zigaretten keine Verbrennungsprodukte, aber auch das entstehende Aerosol enthält entzündungsfördernde, reizende und krebserregende Substanzen, die die Lunge langfristig schädigen können.»

 

Ob E-Zigaretten bei der Rauchentwöhnung helfen können, sei aus wissenschaftlicher Sicht nicht belegt. Heat Sticks könnten den Rauchstopp sogar erschweren, weil sie das Ritual des Rauchens aufrechterhalten. Viele Nutzer griffen zusätzlich regelmäßig zur Tabakzigarette, sind also sogenannte Dual Users. «Wer sich das Rauchen abgewöhnen möchte, sollte vorrangig Unterstützung in professionellen Entwöhnungsprogrammen, Medikamenten und Nikotinersatzprodukten suchen», so der Experte. (bmg)

 

26.02.2018 l PZ

Foto: Fotolia/janifest