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WHO: Entschlossenes Vorgehen gegen zu viel Zucker

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WHO: Entschlossenes Vorgehen gegen zu viel Zucker
 


Damit die Menschen in Europa weniger Zucker konsumieren, muss es strengere Regeln für Lebensmittelhersteller und -händler geben. Zu diesem Ergebnis ist die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer Studie gekommen, die sie in Budapest vorgestellt hat. Derzeit gebe es zu wenige Anreize für Hersteller und Handel, den Zuckergehalt ihrer Produkte zu begrenzen, erklärten die Studienautoren.

 

Zucker sei günstig und im Überfluss vorhanden, einfach zu verarbeiten und habe immer noch einen besseren Ruf als andere Süßungsmittel, heißt es in der Analyse. Damit sich etwas ändert, müsse man einiges tun: Etwa die Hersteller zwingen, ihre Rezepturen zu ändern, Werbung für zuckerhaltige Kinderprodukte beschränken, Normen für Schulessen etablieren und Zucker teurer machen. In einigen europäischen Ländern habe das schon gut funktioniert, sagte der Leiter des Europäischen WHO-Büros für Prävention, João Breda.

 

Der WHO geht es bei ihrem Plan um sogenannte freie Zucker, also Monosaccharide und Disaccharide, die der Nahrung durch Lebensmittelhersteller, Köche oder Konsumenten hinzugefügt werden oder die natürlich in Honig, Sirup und Fruchtsäften vorkommen. Zucker, die natürlich in Obst und Gemüse vorkommen, zählen nicht dazu.

 

Laut WHO sollte weniger als 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr aus freien Zuckern stammen. Ideal wären sogar weniger als 5 Prozent. Die meisten Europäer würden jedoch weit mehr freie Zucker zu sich nehmen, teilte die WHO mit – vor allem aus zuckerhaltigen Getränken, Süßigkeiten und Teigwaren. Übergewicht ist die Folge.

 

Die WHO-Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lebensmittelpolitik an der City University of London erstellt. Sie wurde bei einem Symposium der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen vorgestellt. Nun sollen die Mitgliedsstaaten über das weitere Vorgehen beraten. (ap)

 

Zum WHO-Zuckerreport (externer Link, PDF)

 

07.12.2017 l PZ

Foto: Fotolia/NatUlrich

 

 

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