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GKV: Ausgaben der Kassen steigen weniger stark

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GKV: Ausgaben der Kassen steigen weniger stark
 


Die Gesetzliche Krankenversicherung bricht wieder einmal alle Rekorde: Zwischen Januar und September haben die Krankenkassen rund 2,5 Milliarden Euro mehr eingenommen als ausgegeben (Vorjahreszeitraum: 1,55 Milliarden Euro). Das geht aus Zahlen hervor, die das Bundesgesundheitsministerium heute vorgelegt hat. Damit verfügten die Kassen zuletzt über eine stolze Reserve in Höhe von 18,6 Milliarden Euro. Im Schnitt hatte jede Kasse demnach eine komplette Monatsausgabe auf der hohen Kante – das ist fast vier Mal mehr als das Gesetz verlangt.

Der Gesundheitsfonds hat in den ersten drei Quartalen hingegen ein Defizit von rund 3,7 Milliarden Euro eingefahren. Das Minus ist allerdings saisonbedingt und wird Experten zufolge bis Jahresende deutlich abschmelzen. Hintergrund ist der sogenannte Weihnachtsgeld-Effekt: Während der Fonds jeden Monat die gleichen Beträge an die Krankenkassen überweist, gibt es starke Schwankungen bei den Einnahmen. Sie fallen im vierten Quartal meist besonders hoch aus, da Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld dann zum Tragen kommen. Trotzdem wird der Fonds das Jahr 2017 Schätzungen zufolge mit einem Minus von 600 Millionen Euro abschließen. Die Liquiditätsreserve schrumpft damit leicht auf dann immer noch beachtliche 8,5 Milliarden Euro (Ende 2016: 9,1 Milliarden Euro).

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) wertet das Finanzergebnis als Bestätigung für seine Entscheidung, den durchschnittlichen Zusatzbeitrag im kommenden Jahr um 0,1 Prozentpunkt auf dann 1 Prozent zu senken. An diesem Wert orientieren sich die Krankenkassen, wenn sie ihren individuellen Extrabeitrag festlegen. «Mit Finanzreserven von 18,6 Milliarden Euro haben viele Krankenkassen gute Spielräume für hochwertige Leistungen bei attraktiven Beiträgen», sagte er. Es liege nun in der Hand der Kassen, die finanziellen Möglichkeiten im Sinne ihrer Versicherten auszuschöpfen.

Hintergrund der guten Finanzlage ist vor allem ein leicht gebremster Ausgabenzuwachs. Dieser lag zwischen Januar und September bei 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, und das, obwohl die Kassen zugleich 1,2 Prozent mehr Versicherte zählten (Gesamtjahr 2016: plus 4,2 Prozent). Für jeden Versicherten gaben die Kassen in den ersten drei Quartalen 2017 2,4 Prozent mehr aus.

Der Ausgabenzuwachs bei Arzneimitteln lag mit 3,7 Prozent  genau im Durchschnitt, deutlich stärker sind die Kosten für Behandlungen beim Arzt gestiegen (plus 5,1 Prozent). Hintergrund sind unter anderem Mehrausgaben für Psychotherapien. Allein für diesen Posten zahlten die Kassen 13,4 Prozent mehr. Auch die Ausgaben für Heilmittel schlugen mit 5,7 Prozent überproportional zu Buche. Laut Ministerium sind gestiegene Honorare für Heilmittelerbringer dafür verantwortlich.

Für Klinikaufenthalte zahlten die Kassen 2,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, für Verwaltungsaufgaben 1,9 Prozent. Besonders deutlich sind die Präventionsausgaben gestiegen, hier lag der Zuwachs bei rund 14,6 Prozent. Hintergrund ist unter anderem das Präventionsgesetz, das von den Kassen deutlich höhere Investitionen in die Gesundheitsvorsorge verlangt. (sch)

 

06.12.2017 l PZ

Foto: Fotolia/hanohik

 

 

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