Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Sport: Bessere Prognose bei Brustkrebs

 

Körperliche Aktivität und Sport kann die Mortalität von Frauen mit Brustkrebs deutlich verbessern. «Etwa 25 Prozent Risikoreduktion durch Bewegung und Sport sind belegt», sagte Professor Dr. Marion Kiechle, Lehrstuhl für Gynäkologie der TU München, beim Kongress Sport und Krebs der TU München. Dies gelte unabhängig vom Body-Mass-Index (BMI) der Frauen.

 

Ob mehr Bewegung und eine Ernährungsumstellung auch die Inzidenz von genetisch bedingtem Brustkrebs und dessen Prognose beeinflussen können, soll die LIBRE-Studie (Lebensstil-Intervention bei Frauen mit einer erblichen Mutation für Brust- und Eierstockkrebs) klären. Eingeschlossen werden Trägerinnen von BRCA-1- und -2-Mutationen, die ein extrem hohes Erkrankungsrisiko haben. Langfristiges Ziel seien die Verminderung des (Wieder)-Auftretens von Brustkrebs und eine bessere Prognose nach Erkrankung, sagte Kiechle. Gesunde und erkrankte Frauen absolvieren ein einjähriges Interventionsprogramm mit strukturiertem Ausdauertraining (Trainingsintensität 18 MET-h/Woche) und betreuter Umstellung auf eine mediterrane Kost. Die Kontrollgruppe erhält nur einen Vortrag und Aufklärung.

 

In die LIBRE-1-Pilotstudie mit 68 Frauen wurden alle primären Endpunkte erreicht, berichtete Kiechle. Acht von zehn Frauen hielten ein Jahr durch und schlossen die Studie ab. 73 Prozent der Interventionsgruppe (33 Frauen) nahmen an mindestens 70 Prozent aller Trainingseinheiten teil. Ihre körperliche Aktivität nach drei und zwölf Monaten war signifikant besser als in der Kontrollgruppe und die Ernährungsumstellung gelang ihnen besser. Zugleich ergab die Befragung, dass Frauen, die in der Jugend körperlich aktiv waren, später signifikant seltener Brustkrebs hatten, so Kiechle. Negativ wirkte sich Rauchen aus (aktuell oder in der Vergangenheit).

 

Die LIBRE-2-Hauptstudie startete im März 2015; beteiligt sind 18 Zentren. Derzeit sind laut Kiechle 388 von geplant mindestens 600 Probandinnen rekrutiert. Nach der einjährigen Intervention ist für die anschließenden zwölf Jahre ein jährlicher Follow-up vorgesehen. (bmg)

 

Mehr zum Thema Krebs und Zytostatika

 

10.10.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Dark Moon Pictures