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Cannabis: Auf die richtige Form kommt es an

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Cannabis: Auf die richtige Form kommt es an
 


Eine Behandlung mit Cannabis in Blütenform sei derzeit als «hoch experimentelle Therapieform» einzustufen, sagte Professor Dr. Theo Dingermann von der Universität Frankfurt am Main in einem Vortrag bei der Expopharm-Pharmaworld in Düsseldorf. Von den ursprünglichen Reinformen der Arten Cannabis sativa und Cannabis indica gebe es mittlerweile zahllose Kreuzungen und Züchtungen mit unterschiedlichen THC- und Cannabidiol-Gehalten, was zu unterschiedlichen Effekten führt. «Es ist nicht trivial, welche Droge man nimmt», so Dingermann. Es gebe bislang keine Daten, die die postulierten Effekte bestimmter Sorten verifizieren.

Schwierig sei auch die Applikationsform. Das Gesetz erlaubt zwar, dass Cannabisblüten geraucht werden dürfen. Doch dabei sei die Bioverfügbarkeit sehr variabel. Das THC flute in der Regel sehr schnell sehr hoch an, die Wirkung flache aber auch schnell wieder stark ab. Das ist nicht nur schwer steuerbar, sondern auch nicht sinnvoll, beispielsweise zur Therapie chronischer Schmerzen. Die orale Applikation von Rezepturen auf Extraktbasis sei zu bevorzugen, noch besser sei die Verwendung von Fertigarzneimitteln. Dafür haben sich neben der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft auch die Bundesärztekammer und die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft ausgesprochen.

Zudem warnte Dingermann, sich zu viele Hoffnungen auf Cannabis als wirksame Therapie bei allen möglichen Indikationsgebieten zu machen. Die Evidenz für die Wirksamkeit sei bestenfalls mäßig, selbst bei relativ gut untersuchten Indikationen wie chronischen Schmerzen oder Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie. Patienten sollten sich immer möglichst an einen Facharzt für ihre Erkrankung wenden. Diese würden übrigens deutlich seltener Cannabis in Blütenform verordnen als nicht spezialisierte Ärzte. (dh)

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13.09.2017 l PZ

Foto: PZ/Daniela Hüttemann

 

 

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