Rx-Versandverbot: Gröhe bleibt hart |

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (Foto, CDU) bleibt auf Kurs. Ein Abrücken vom Rx-Versandverbot kommt für den CDU-Politiker, der auch nach der Bundestagswahl sein Ministeramt gerne fortführen würde, nicht in Frage. Im Interview mit den Westfälischen Nachrichten auf das Rx-Versandverbot angesprochen, sagte der Minister: «Ich bedauere die Blockade der SPD-Fraktion sehr. Immerhin war die SPD-geführte nordrhein-westfälische Landesregierung für ein solches Verbot.»
Arzneimittelversorgung sei weit mehr als Arzneimittelverkauf, sagt Gröhe im Interview. «Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Beratung.» Es könne niemanden kalt lassen, dass jedes Jahr etwa 250.000 Menschen wegen unerwünschter Arzneimittelwirkungen ins Krankenhaus kommen. Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln dürfe es nicht ums Schnäppchen jagen gehen. Einen aggressiven Preiswettbewerb lehne er ab. Wichtiger als niedrige Preise sei eine gute Arzneimittelversorgung durch Apotheken, jederzeit und überall. Bei möglichen Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl sei das Rx-Versandhandelsverbot für die Union «ein ganz wichtiger Punkt», sagt Gröhe. (dr)
05.09.2017 l PZ
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