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Immer mehr Kurzsichtige durch Smartphone-Nutzung

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Immer mehr Kurzsichtige durch Smartphone-Nutzung
 


Die intensive Nutzung von Smartphones wird nach Einschätzung von Experten zu einer spürbaren Zunahme der Kurzsichtigkeit (Myopie) in Deutschland führen. Derzeit seien hierzulande rund 40 Prozent der Menschen kurzsichtig, sagte der langjährige Leiter der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln, Wolfgang Wesemann. «Aber das geht auf jeden Fall weiter», betonte er bei der Eröffnung der Optikmesse opti am 15 Januar in München.

 

In Asien habe sich der Anteil der Kurzsichtigen in den großen Metropolen innerhalb weniger Jahre von 20 auf 80 Prozent erhöht. Diese rasante Entwicklung könne nur mit gesellschaftlichen Veränderungen zusammenhängen. «Das kann auf keinen Fall eine genetische Entwicklung sein, sondern eine Veränderung der Lebensumstände.» Eine wichtige Rolle spiele dabei auch der Mangel an Tageslicht, der mit dem Lebensstil in den asiatischen Metropolen verbunden sei. In China würden deshalb in Schulen schon Glasdächer gebaut, um mehr Licht in die Räume fallen zu lassen.

 

Auch in Deutschland nehme der Anteil der Kurzsichtigen in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen zu. «Früher wurde man in der Schulzeit kurzsichtig und danach hat sich nichts mehr getan.» Das habe sich inzwischen geändert. Angesichts dieser Entwicklung sollten aus seiner Sicht Sehtests für Autofahrer nicht nur für die Führerscheinprüfung Pflicht sein. «Ein Wiederholungstest wäre durchaus sinnvoll.»

 

Anlässlich eines Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft im vergangenen Oktober in Berlin hatten Experten ebenfalls vor einer Zunahme der Kurzsichtigkeit gewarnt. Kurzsichtigkeit, bei der entfernte Objekte unscharf wahrgenommen werden, ist Folge eines zu starken Längenwachstums des Augapfels vor allem zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr – in dem Alter, in dem viele Heranwachsende kaum vom Handy oder Computer wegzubekommen sind. Starke Kurzsichtigkeit gilt auch als Risikofaktor für andere Augenleiden wie Grünen Star oder Netzhautablösungen.

 

18.01.2016 l /dpa

Foto: Fotolia/pix4U

 

 

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