Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Hätten Sie es gewusst?
-
In der Liebe differenziert das Gehirn

Liebe fühlt sich nicht nur unterschiedlich an – sie zeigt sich im Gehirn auch verschieden. Romantische, freundschaftliche und tierbezogene Zuneigung erzeugen nämlich jeweils andere neuronale Muster.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 13.02.2026  15:30 Uhr

Liebe ist oft schwer zu beschreiben und sie bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Wie sich dieses wohlig-warme oder sogar romantische Gefühl im Gehirn zeigt, wollten Forschende aus Finnland vor einiger Zeit wissen.

In ihrer Untersuchung hatten sie mithilfe funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) die Hirnaktivität von 55 Versuchspersonen gemessen, während diese Kurzgeschichten hörten. Die Geschichten riefen entweder Gefühle der Liebe hervor oder waren einfach neutral. Die fMRT-Daten gaben dann Aufschluss darüber, welche Gehirnregionen zu diesem Zeitpunkt besonders gut durchblutet waren. Unter anderem galt es festzustellen, ob sich die Liebe zu einem romantischen Partner und den eigenen Kindern anders zeigt als die zu Freunden, Fremden, Haustieren oder der Natur.

Es stellte sich heraus, dass verschiedene Formen der Liebe auch verschiedene Hirnregionen unterschiedlich stark aktivieren. Starke Reaktionen sowohl im Belohnungssystem als auch in den sozialen Netzwerken des Gehirns löste beispielsweise die Liebe zwischen Partnern und zu Kindern aus.

Ausnahme Haustierbesitzer

Zwar zeigten alle zwischenmenschlichen Emotionen eine Aktivität in ähnlichen Hirnarealen – jedoch in unterschiedlicher Intensität. Die empathische Liebe zu Freunden oder Fremden war insgesamt schwächer ausgeprägt im Vergleich zu Partner oder Kind. Die Zuneigung zur Natur oder zu Haustieren regte hingegen zwar das Belohnungssystem deutlich an, weniger aber die sozialen Areale des Gehirns.

Eine Ausnahme bilden Haustierbesitzer im Vergleich zu Menschen ohne Haustier. So waren die Areale für soziale Kognition bei den Tierhaltern stärker aktiviert als bei Personen ohne Haustier. Laut der Studie, die im Fachjournal »Cerebral Cortex« erschienen ist, ähnelt die Liebe zu Haustieren eher der zwischenmenschlichen Liebe.

Die Studienautorinnen und -autoren vermuten, dass die Erfahrung von Liebe sowohl von biologischen als auch von kulturellen Faktoren geprägt ist und ihren Ursprung in grundlegenden neurobiologischen Mechanismen der Bindung hat.

Mehr von Avoxa