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Zwei Ansätze
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Impfstoffe gegen Akne in Sicht

Akne kann deutlich mehr sein als lediglich »ein paar Pickel«. Stark betroffene Jugendliche leiden oft erheblich unter der Hauterkrankung. Zwei Impfstoffe gegen Akne sind in der Entwicklung – ein therapeutischer und ein präventiver.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 28.01.2026  09:00 Uhr

Prävention statt Therapie

Während es sich bei Sanofis Vakzine also einen therapeutischen Impfstoff handelt, forscht eine Gruppe um Professor Dr. George Y. Liu von der University of California in San Diego an einem präventiven Impfstoff. Das Team stellte seinen Ansatz 2023 im Fachjournal »Nature Communications« vor. Der Peptid-Impfstoff wurde bislang noch nicht in einer klinischen Studie beim Menschen getestet. Er ist gegen ein bestimmtes Enzym von C. acnes gerichtet.

Die Forschenden um Liu gingen von der Beobachtung aus, dass nicht alle Stämme von C. acnes mit Akne in Verbindung stehen – manche sind sogar im Gegenteil mit gesunder Haut assoziiert. Diese gegensätzlichen Effekte von C. acnes gehen laut den Erkenntnissen der Gruppe wahrscheinlich darauf zurück, dass die verschiedenen Stämme unterschiedliche Formen des Enzyms Hyaluronidase exprimieren: HylA oder HylB.

Die Hyaluronsäure (HA) ist als langkettiges Polysaccharid Teil der extrazellulären Matrix. Sie wird von der Hyaluronidase abgebaut, wobei HylA die HA in große Fragmente zerschneidet, während beim Abbau durch HylB ausschließlich HA-Disaccharide entstehen. Letztere wirken antiinflammatorisch; die größeren HA-Fragmente vermitteln dagegen entzündungsfördernde Effekte.

Die Forschenden entwickelten einen Impfstoff gegen HylA, den sie an Mäusen testeten: Sie fetteten die Haut der Tiere ein, um menschliche Haut zu simulieren, und infizierten sie mit C. acnes. Ungeimpfte Mäuse entwickelten daraufhin Akne, geimpfte aber nicht.

Auch dieser Ansatz ist vielversprechend, jedoch verglichen mit der Sanofi-Vakzine noch einen Schritt weiter von einer potenziellen Markteinführung entfernt. Sollte es einer der beiden Kandidaten oder beide bis dorthin schaffen, ist zudem fraglich, wie viele Menschen bereit wären, sich impfen zu lassen. Der Autor des »Nature«-Artikels verweist auf eine seit der Covid-19-Pandemie gesunkene Impfbereitschaft. Jüngere Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass sich das Vertrauen in Impfungen mit umfassender Information und guter Kommunikation wiederherstellen lässt.

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