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Eingeschränkte Sprühfunktion
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Immer wieder verstopfen Mometason-Nasensprays

Die AMK erhält immer wieder Beanstandungen zu Mometason-haltigen Nasensprays verschiedener Hersteller. Worauf es bei der Anwendung ankommt, um die Sprühfunktion zu erhalten.
AutorKontaktPZ
Datum 20.01.2026  16:20 Uhr

Insgesamt 208 Meldungen zu eingeschränkter Sprühfunktion erreichten die Arzneimittelkommission Deutscher Apotheker (AMK) zwischen 2017 und September 2025, heißt es heute in einer AMK-Information. Betroffen waren Mometason-haltige Nasensprays von 17 verschiedenen Zulassungsinhabern, darunter auch OTC-Produkte.

»Bei Mometason-haltigen Nasensprays handelt es sich um thixotrope Formulierungen, bei denen die Suspension im Ruhezustand dickflüssig erscheint, bei mechanischer Beanspruchung (Schütteln) hingegen die Viskosität abnimmt«, erläutert die AMK. Diese Formulierung soll gewährleisten, dass die Suspension nicht bricht. In den jeweiligen Gebrauchsinformationen ist angegeben, ob das Produkt gegebenenfalls vor der Erstanwendung aktiviert beziehungsweise vor jeder Anwendung die Suspension aufgeschüttelt werden muss.

Nun kann es passieren, dass nach der Anwendung Rückstände der Suspension im Nasenstück bleiben und mit der Zeit gelartig werden und die Austrittsöffnung verstopfen. Damit das nicht passiert, empfehlen die Hersteller der betroffenen Präparate, das Nasenstück und die Schutzkappe regelmäßig in warmem Wasser zu reinigen und anschließend unter fließendem Wasser abzuspülen. Darauf sollte das Apothekenteam die Anwender bei der Abgabe hinweisen.

»Die Austrittsöffnung darf nicht mit Nadeln oder anderen spitzen Gegenständen bearbeitet werden, da dies den Sprühkopf beziehungsweise den Mechanismus für die Feinverneblung (irreparabel) beschädigen kann, wodurch die korrekte Dosisabgabe beeinträchtigt wird«, warnt die AMK. »Die Öffnung misst etwa 0,2 mm, die dahinterliegende Verwirbelungskammer ist noch feiner strukturiert.«

In nur acht der 208 Meldungen zur eingeschränkten Sprühfunktion ließ sich ein herstellungsbedingter Qualitätsmangel feststellen. Wie die AMK berichtet, schlossen die Hersteller in 45 Fällen, bei denen das beanstandete Fläschchen untersucht wurde, herstellerbedingte Ursachen aus. Bei 24 Prüfungen dokumentierten die Firmen Manipulationen am Nasenstück, etwa den Versuch, den Sprühkopf mit spitzen Gegenständen gangbar zu machen. »Die Unternehmen führen das Fehlerbild somit überwiegend auf eine nicht sachgemäße Reinigung beziehungsweise Manipulation des Applikators zurück«, fasst die AMK zusammen.

Sie empfiehlt, bei Kundenreklamationen defekter Pumpmechanismen zunächst zu fragen, ob und wie der Patient das Spray gereinigt hat, um Hinweise auf einen möglichen Qualitätsmangel oder Anwendungsfehler zu sammeln, bevor die Meldung an die AMK abgesetzt wird. Alle Verdachtsfälle sollten unter www.arzneimittelkommission.de gemeldet werden.

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