| Jennifer Evans |
| 02.03.2026 12:30 Uhr |
Routine voller Leere: Im Film »Groundhog Year« von 2022 stellt die Künstlerin Varya Rootwood die Sinnsuche dem Stillstand gegenüber. / © Deutsches Hygiene-Museum
Jeder vierte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens psychisch. Hinter jeder Diagnose steht ein Schicksal. Und auf die simple Frage »Wie geht’s dir« können viele keine richtige Antwort geben – entweder, weil sie ihnen angesichts ihrer mentalen Verfassung zu lang oder zu unehrlich erscheint.
Eine neue Ausstellung will die Symptome psychischer Erkrankungen nicht nur beschreiben, sondern für Besucherinnen und Besucher erlebbar machen. Die künstlerische Perspektive soll aufzeigen, wie mentale Gesundheit zwar wissenschaftlich gerahmt, aber gesellschaftlich bewertet wird.
Auch laden die Exponate zum Reflektieren ein, wie sich »gesund« oder »krank« überhaupt definieren lassen – und welchen Einfluss Diskriminierung, Einsamkeit oder Wohlstand auf das mentale Wohlbefinden haben.
Wenn psychische Belastungen Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen, brauchen Betroffene Unterstützung. Die Ausstellung zeigt, wie eine Diagnose helfen kann, Erfahrungen zu ordnen und eine gemeinsame Sprache zwischen Patient und Therapeut zu schaffen.
Die Kuratorinnen haben wissenschaftliche Erkenntnisse zu mentaler Gesundheit Menschen gegenübergestellt, die selbst über ihre psychischen Herausforderungen berichten. Ein weiteres Thema: Wo finden Betroffene Hilfe und welche Rolle spielen Psychopharmaka und Alltagsstrategien.
»Wie geht’s? Die Ausstellung über mentale Gesundheit«
Deutsches Hygiene-Museum, Dresden
7. März 2026 bis 4. April 2027