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Psychische Gesundheit
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Hund tut gut

Eine innige Beziehung zu einem Haustier kann Menschen in schwierigen Zeiten Halt geben und so zur psychischen Gesundheit beitragen. Laut einer aktuellen Studie kann insbesondere ein Hund im Haushalt Ängste und Depressionen lindern.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 10.09.2024  18:00 Uhr

Schon Loriot wusste: »Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.« Dieses augenzwinkernde Bekenntnis zu einer bestimmten Hunderasse lässt sich aus psychologischer Sicht noch deutlich weiter fassen. »Ein Leben ohne Haustier ist möglich, aber womöglich trauriger als eines mit Haustier« – so lautet zumindest die Kernaussage einer aktuell im Fachjournal »JAMA Network Open« erschienenen Publikation.

Für die Studie hatten Forschende um Dr. Magdalena Żebrowska von der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts, 214 Frauen im mittleren bis höheren Alter (Durchschnitt: 61 Jahre) zu ihrer psychischen Gesundheit befragt. Es handelte sich dabei um Teilnehmerinnen der Mind Body Study (MBS), einer Unterstudie der Nurses’ Health Study II, die auf psychosoziale Fragen fokussiert. Frauen mit Missbrauchserfahrungen in der Kindheit sind in der MBS überrepräsentiert, um die Auswirkungen solcher Kindheitstraumata im Erwachsenenalter zu untersuchen.

Die Teilnehmerinnen der aktuellen Studie wurden einmal im März 2013 und einmal im Februar 2014 dazu eingeladen, Online-Fragebögen auszufüllen. Darin wurde unter anderem abgefragt, ob sie ein Haustier haben. Falls sie dies bejahten, wurde mit weiteren Fragen wie »Betrachten Sie Ihr Tier als einen Freund?«, »Sprechen Sie mit Ihrem Tier?« und »Bereitet es Ihnen Freude, ein Tier zu haben?« ermittelt, wie stark ihre Bindung an das Haustier war.

Bei den anhand verschiedener anderer validierter Fragebögen zu Depression und Ängstlichkeit erhobenen Werten schnitten diejenigen Probandinnen mit einer starken Bindung zu ihrem Tier besser ab als jene mit einer schwachen oder auch ohne eine solche Bindung: Eine generalisierte Angst war bei Anwesenheit eines geliebten Vierbeiners im Haus weniger stark ausgeprägt. Die Beziehung zu einem Hund schien dabei besonders wohltuend zu sein, denn Hundebesitzerinnen, nicht jedoch Katzenbesitzerinnen, hatten auch weniger Depressionen und andere Angstsymptome als Teilnehmerinnen ohne ein Haustier. All diese Effekte waren bei den 156 Teilnehmerinnen mit Missbrauchserfahrung in der Kindheit (73 Prozent der Probandinnen) noch stärker ausgeprägt.

»Diese Ergebnisse legen nahe, dass ein enges Verhältnis zu einem Haustier, speziell zu einem Hund, Ängste und Depressionen lindern kann«, fassen die Autoren zusammen. Dies könne man sich therapeutisch zunutze machen, insbesondere bei Angehörigen von vulnerablen Gruppen.

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