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Gerlach (CSU)
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»HPV-Impfquoten nachhaltig erhöhen«

»Unser gemeinsames Ziel ist es, die HPV-Impfquoten bei Mädchen und Jungen nachhaltig zu erhöhen«, sagte Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach (CSU) heute nach dem HPV-Impfgipfel in München. Sie hat ein breites Bündnis für die Krebsprävention durch Impfungen gegen Humane Papillomviren (HPV) gebildet, dem auch Apotheken angehören.
AutorKontaktPZ
Datum 25.03.2026  16:15 Uhr

Die HPV-Impfquoten sind laut den aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) weiterhin zu niedrig. So waren im Jahr 2024 bundesweit nur rund 55 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 36 Prozent der gleichaltrigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Ziel formuliert, dass 90 Prozent der Mädchen bis zum 15. Geburtstag gegen HPV geimpft sein sollen. Dies wäre ein entscheidender Schritt, um Gebärmutterhalskrebs langfristig zu verhindern.

Nach Daten des RKI erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 3000 Männer und rund 7450 Frauen an Krebs, der durch HPV-Infektionen bedingt ist. Den größten Anteil hat dabei Gebärmutterhalskrebs, an dem jährlich etwa 1400 Frauen in Deutschland sterben. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung für alle Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollten spätestens bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

Um dagegen zu steuern, hat Bayerns Gesundheitsministerin Gerlach (CSU) ein breites Bündnis für die Krebsprävention durch Impfungen gegen HPV gebildet über das das Bayerische Gesundheitsministerium heute informierte.

»Unser gemeinsames Ziel ist es, die HPV-Impfquoten bei Mädchen und Jungen nachhaltig zu erhöhen«, teilte Gerlach nach dem heutigen HPV-Impfgipfel in München mit und fügte hinzu: »Die heutige Gipfelerklärung setzt dafür klare und konkrete Impulse. Es ist ein starkes Signal, dass Staatsregierung, Ärzteschaft, Krankenkassen und Apothekerinnen und Apotheker gemeinsam an einem Strang ziehen und sich zu wirksamen Maßnahmen bekennen.« 

Apotheken sollen in Bayern Aufklärungsarbeit leisten

Vom 3. bis zum 12. Juli 2026 findet die Bayerische Impfwoche mit dem Schwerpunkt HPV statt. »Ich freue mich, dass die Ärzteschaft in dieser Woche verstärkt HPV-Impfungen anbieten wird«, so die Ministerin. »Apotheken werden sich mit Aufklärungsmaßnahmen beteiligen.« Auch die Krankenkassen würden ihr Informationsangebot im Vorfeld ausweiten und gezielt Versicherte ansprechen, heißt es. Die Landesärztekammer würde eine Fortbildungsinitiative zur HPV-Impfung für die Ärzteschaft auflegen, auch mit Einbindung der Medizinischen Fachangestellten. Und auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns würde bei den Vertragsarztpraxen für die HPV-Impfung sensibilisieren, berichtete Gerlach.

Der Impfgipfel und die bevorstehende Impfwoche seien Teil des Masterplans Prävention für Bayern. Dieser soll zur Gesundheitsförderung und Prävention im Freistaat beitragen und umfasst mehr als 250 Maßnahmen. 

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