Dank moderner Therapien werden Menschen mit HIV heute deutlich älter. / © Getty Images/fotografixx
Menschen mit HIV im Alter hätten besondere Bedürfnisse, auf die das aktuelle Gesundheitssystem oft noch nicht ausreichend vorbereitet sei, heißt es von der Aids-Stiftung und dem auf HIV spezialisierten Unternehmen ViiV Healthcare.
In einer Online-Befragung der Aidshilfe gaben die Über-60-Jährigen Teilnehmenden demnach an, durch HIV-bezogene Vorurteile im Verhältnis zu jüngeren Menschen mit HIV nur wenig beeinträchtigt zu sein, und identifizierten sich besonders stark mit der HIV-Community. Zugleich erlebten 21 Prozent von ihnen zusätzlich zur HIV-bezogenen auch Altersdiskriminierung.
Auch das IGES-Gutachten zur HIV-Versorgung aus dem Jahr 2025 und die Studie »50plus HIV« zeigten, dass Gesundheits- und Pflegesystem noch nicht ausreichend auf ältere Menschen mit HIV eingestellt sind. Ein Beispiel hierfür seien psychosoziale Herausforderungen, die mit zunehmendem Alter an Bedeutung gewinnen könnten. Neben Themen wie Diskriminierung und Einsamkeit würden Selbststigmatisierung und Traumata eine große Rolle spielen.
Mit zunehmendem Alter seien für Menschen mit HIV auch Begleiterkrankungen und damit einhergehend Polypharmazie, Interaktionsmanagement und Therapievereinfachung relevanter. Sie würden bestimmte altersassoziierte Erkrankungen zum Beispiel kardio-vaskuläre Erkrankungen häufiger und teilweise früher entwickeln.
Die Stiftung und der Konzern haben eine neue Förderkooperation ins Leben gerufen. Ein Fonds unterstütze Projekte für Beratung, Vernetzung, soziale Teilhabe und Versorgung für diesen Personenkreis.