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Arzneistoffe
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Herstellung zurück nach Europa holen

Mit großer Mehrheit hat die Hauptversammlung der Apotheker beim Deutschen Apothekertag 2018 in München  einem Antrag zugestimmt, der die Bundesregierung auffordert, sicherzustellen, dass die pharmazeutischen Unternehmen ausreichend Fertigarzneimittel in Deutschland zur Verfügung stellen, damit die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln auch ordnungsgemäß gewährleistet werden kann. 
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 11.10.2018  10:08 Uhr

Um dieses Ziel zu erreichen, gehört laut Antrag, dass notwendige Ausgangsstoffe für Arzneimittel und Impfstoffe in ausreichendem Maße in der Europäischen Union (EU) hergestellt werden. Damit nicht genug: Flankierend dazu wird der Gesetzgeber aufgefordert, Krankenkassen und private Krankenversicherungen zu verpflichten, beim Abschluss von Rabattverträgen Pharmaunternehmen zu bevorzugen, die für die Herstellung der Wirkstoffe und Fertigarzneimittel auf Produktionsstandorte oder Unternehmen zurückgreifen, deren Produktionsstandorte in der EU beziehungsweise der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) liegen.

Hintergrund des Antrages war, dass sich die Probleme von Produktionsausfällen und Verunreinigungen bei Arzneimitteln in den vergangenen Jahren gemehrt haben. Jüngstes Beispiel waren die verunreinigten Valsartan-haltigen Medikamente.  Zu berücksichtigen ist ferner, dass zentral vorrätig gehaltene Notfalldepots nicht mehr unter Einhaltung der in Deutschland geforderten Rechtsvorschriften bestückt werden konnten. Ebenso kam es bei Impfstoffen zu Lieferengpässen. Die alles beruhe darauf, dass die Pharmaunternehmen die Herstellung von Arzneimitteln und Ausgangsstoffen weitgehend aus der EU in Drittländer verlagert hat, um Kosten zu sparen.

Foto: PZ/Alois Müller

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