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Neuseeland
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Hausarztmangel macht Apotheken Stress

Neuseelands Apotheken leiden unter Personalmangel, steigenden Patientenzahlen und schlechter Finanzierung. Die Pharmazeutische Gesellschaft fordert nun mehr Geld für einen Dienst, der die angespannte Lage im Gesundheitswesen – zumindest für leichte Erkrankungen – entschärfen soll.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 03.01.2025  11:22 Uhr

Die Apotheken in Neuseeland stehen unter finanziellem und personellem Druck. Dieses Problem müsse zeitnah gelöst werden, damit die Apothekenteams, Klinikapotheker sowie Apothekentechniker, die hierzulande in etwa den PTA entsprechen, künftig zusätzliche Dienstleistungen erbringen könnten, heißt es vom Präsidenten der neuseeländischen Pharmazeutischen Gesellschaft (PSNZ), Michael Hammond, auf der Website der Gesellschaft.

Auch die Arbeitsbelastung ist demnach enorm. Laut einer PSNZ-Umfrage hatten in den vergangenen zwölf Monaten 94 Prozent der Apotheken unter Personalmangel gelitten. Denn die Nachfrage nach Services aus der Apotheke ist groß, zumal Patienten in dem Inselstaat oft Schwierigkeiten haben, einen Hausarzt zu erreichen.

Die Befragung hatte ebenfalls ergeben, dass die Zahl der Patienten, die eine Apotheke aufsuchen, weil sie keinen Zugang zu einer Allgemeinarztpraxis haben, um 80 Prozent gestiegen ist. Auch die Beratungsanfragen in Apotheken mit Blick auf leichtere Erkrankungen stieg demzufolge um 54 Prozent, bei den schwereren Erkrankungen lag das Anfrageplus bei 43 Prozent.

Hammonds hat nun vorgeschlagen, weitere 30 Millionen NS-Dollar (gut 16 Millionen Euro) jährlich zu investieren, um landesweit einen Dienst für leichte Erkrankungen einzuführen. Dies würde nicht nur die Hausärzte enorm entlasten, sondern ihnen auch ermöglichen, sich auf ernstere Erkrankungen zu konzentrieren, sagte er gegenüber Radio New Zealand (RNZ). Dem war ein erfolgreiches Pilotprojekt vorausgegangen, das den Nutzen der niedrigschwelligen Anlaufstellen belegt hatte. 

Darüber hinaus bemängelte der PSNZ-Präsident, dass die Finanzierung der Apotheken im vergangenen Jahr nur um 2,5 Prozent erhöht worden sei. Das entspreche lediglich der Hälfte dessen, was der Sektor laut Hochrechnungen benötige. Hammonds Ansicht nach ist es nötig, die Gesamtfinanzierung der Apotheken zu überprüfen.

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