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Bilanz
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Hausärzte unzufrieden mit ePA

Die Hausärzte ziehen eine kritische Bilanz der Anfang 2025 eingeführten elektronischen Patientenakten (ePA). Der Vorsitzende des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Beier. kritisierte die Störanfälligkeit der Technik und die fehlende Volltextsuche.
AutorKontaktdpa
Datum 18.02.2026  09:50 Uhr

Rund 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten haben eine ePA von ihrer Krankenkasse angelegt bekommen, was man für sich auch ablehnen kann. Seit 1. Oktober 2025 sind Praxen und Kliniken verpflichtet, wichtige Daten wie Befunde oder Laborwerte einzustellen. Die E-Akte kann Patienten ein Leben lang begleiten und soll auch zu besseren Behandlungen beitragen. An diesem Mittwoch will der Verbraucherzentrale Bundesverband eine Bilanz zur ePA ziehen.

Ärztefunktionär Beier beklagte, derzeit sei sie vor allem »eine unsortierte PDF-Sammlung, mit der Praxen im Alltag nur wenig anfangen können«. Mühsam müssten sich die Ärzte durch unzählige Dokumente arbeiten, es fehle eine Volltextsuche.

Ein großes Problem sei auch, dass es bei dem Netzwerk, auf der die ePA läuft, zu massiven Störungen und Ausfällen komme. »Das frisst in den Praxen unglaublich viel Zeit und sorgt für enormen Frust«, sagte Beier. Der allergrößte Teil der Praxen nutze die ePA und stelle Dokumente ein. »Die ePA scheitert derzeit also nicht an den Praxen, sondern an der mangelhaften Umsetzung und der störungsanfälligen Technik«, stellte Beier fest.

»Die allerwenigsten Patientinnen und Patienten haben sich ihre ePA einmal angeschaut. Das liegt allen vor allem an dem absurd komplizierten Registrierungsprozess, der selbst digital affine Menschen irgendwann frustriert aufgeben lässt«, sagte Beier den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Viele wüssten auch gar nicht, dass sie eine ePA besitzen.

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