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Hormonersatztherapie
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Grünes Licht für Estetrol

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat grünes Licht zur Zulassung eines Estetrol-haltigen Hormonpräparats erteilt, das die Symptome eines Estrogenmangels bei postmenopausalen Frauen abmildert.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 30.01.2026  18:00 Uhr

Estetrol ist ein körpereigenes Estrogen, das während der Schwangerschaft von der fetalen Leber gebildet wird. Es bindet, wenn auch mit vergleichsweise geringer Affinität, an die Estrogenrezeptoren ERα und ERβ. Nun hat das Estetrol-haltige Präparat Fylrevy® des ungarischen Pharmaunternehmens Gedeon Richter eine Zulassungsempfehlung der EMA erhalten.

Indiziert ist es zur Hormonersatztherapie (HRT) bei postmenopausalen Frauen nach einer Gebärmutterentfernung sowie für Frauen mit Uterus, deren letzte Periode mindestens zwölf Monate zurückliegt und die unter vasomotorischen Symptomen (VMS) wie Hitzewallungen oder nächtlichem Schwitzen infolge des Estrogenmangels leiden.

Das Arzneimittel konnte in zwei klinischen, randomisierten, kontrollierten Studien zeigen, dass es die Häufigkeit und die Schwere von VMS bei postmenopausalen Frauen im Vergleich zu Placebo signifikant reduziert, informierte die EMA. Fylrevy soll in Dosierungen von 14,2 mg und 18,9 mg als Filmtabletten auf den Markt kommen.

Bei postmenopausalen Frauen ohne Gebärmutterentfernung gehörten unter der Behandlung mit Estetrol in Kombination mit einem Gestagen eine Verdickung oder gestörte Proliferation der Gebärmutterschleimhaut sowie vaginale Blutungen zu den häufigsten Nebenwirkungen. Unabhängig davon, ob eine Hysterektomie vorlag oder nicht, zählten außerdem Brustspannen und Brustschmerzen zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen.

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