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Engpässe bei Efluelda & Co
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Grippe-Impfstoffe »abverkauft«

Die Grippesaison 2025/26 ist auf einem für die Jahreszeit schon erstaunlich hohen Niveau. Doch wer sich jetzt noch impfen lassen will, muss vermutlich eine Weile suchen. Bei den Impfstoffen deutet sich ein Engpass an, mehrere Hersteller melden »abverkauft«.
AutorAlexander Müller
Datum 05.12.2025  15:00 Uhr

Der Bedarf an Impfstoffen ist in diesem Jahr unerwartet hoch. Doch offenbar haben die Praxen Anfang des Jahres sehr zurückhaltend bestellt und die Hersteller entsprechend nicht in ausreichender Menge produziert.

Beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gibt es eine Übersicht über die verfügbaren Impfstoffe. Unter den stammangepassten wird unter anderem Efluelda (PZN: 19403433) von Sanofi bereits als »beim Hersteller abverkauft« gelistet, ebenso Fluenz (PZN: 19248464) von Astra Zeneca.

Bei Influvac von Viatris sind drei PZN als beim Hersteller abverkauft genannt (19725674, 19725668, 19725705), ebenso Xanaflu (19725711) und Vaxigrip (19403462, 19403479) von Sanofi.

In den impfenden Apotheken sind die Engpässe bereits aufgeschlagen: »Ich bekomme derzeit nichts mehr«, berichtet eine Inhaberin der PZ. Eine andere hat zwar selbst noch Vorräte, weil in der großen Hamburger Apotheke viel geimpft wird, es habe aber bereits mehrere Anfragen von Kolleginnen und Kollegen gegeben, die schon auf dem Trockenen sitzen.

Sinkende Impfbereitschaft

Seit der Corona-Pandemie sind die Impfquoten im Sinkflug, vermutlich bestellen die Praxen deshalb mit Vorsicht. Doch eine neu aufgetauchte Variante und ein verhältnismäßig früher Beginn der Grippesaison haben die Impfbereitschaft offenbar etwas steigen lassen. Ob möglicherweise auch ein größeres Engagement der Apotheken zu dem unerwarteten Anstieg beigetragen hat, wird erst eine Evaluation der Daten zeigen. Jedenfalls waren schon früh einzelne Packungsgrößen ausverkauft, weitere Meldungen folgten.

Gleichzeitig wird eine große Grippewelle angekündigt. »Es braut sich einiges zusammen«, heißt es von Seiten der Hersteller. Um den Engpässen zu begegnen, könnte Ware aus dem Ausland abfragt werden. Beispielsweise Österreich hat stets eine größere Notfallreserve und dem Vernehmen nach ausreichend Ware. Ob diese schnell verfügbar und überhaupt zu haben wäre, steht auf einem anderen Blatt. Dasselbe gilt für Impfstoffe aus Spanien. Es wäre zudem zu klären, wie das PEI mit Ware umgeht, die noch umgepackt werden muss.

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