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Umweltschutz in der Pflege
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Gesundheitswesen ist Verursacher und Leidtragender

Der BKK Dachverband hat ein Hintergrundpapier zum Thema »Nachhaltigkeit in der Pflege« veröffentlicht: Das Gesundheitswesen produziere demnach etwa 6 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland und verbrauche viel Wasser, Einwegprodukte und Energie. Doch es gibt auch großes Sparpotenzial. 
AutorPZ
AutorPaulina Kamm
Datum 26.05.2025  09:30 Uhr
Gesundheitswesen ist Verursacher und Leidtragender

Von den bis 2045 zu erreichenden Klimazielen einmal abgesehen hat die Pflege seit Jahren mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen. Der sich weiterhin zuspitzende Fachkräftemangel auf der einen Seite und die mangelnde Finanzierung durch die soziale Pflegeversicherung (SPV) auf der anderen gefährden laut BKK Dachverband die Versorgungssicherheit zunehmend.

Der BKK Dachverband setzt den Fokus auf die Versorgungsgestaltung. Die Prozesse müssten sozial gerecht, ökologisch verantwortungsvoll und wirtschaftlich tragfähig sein. Hierbei dürfe die soziale Nachhaltigkeit laut Hintergrundpapier nicht außer Acht gelassen werden, sodass die Versorgung »den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die entsprechenden Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden« so der BKK Dachverband. 

Transformation im Gesundheitswesen: Betriebskrankenkassen setzen auf Umwelt und Effizienz

Klimaschutz und -anpassung fänden im SPV wenig Beachtung, klagt der BKK Dachverband. Dies müsse sich ändern, sodass Investitionen in langfristige Ressourcenschonung ermöglicht werden. Die Betriebskrankenkassen fordern einen klaren Sozialgesetzbuch-übergreifenden Handlungsrahmen, der Nachhaltigkeit als verbindliches Ziel aller Akteure im Gesundheitswesen etabliert.

Prävention sieht der Dachverband als tragende Säule in der Versorgung, um knappe Ressourcen zu schonen und die Lebensqualität der Menschen zu steigern. Dazu gehören auch Früherkennungssysteme und individuelle statt standardisierte Präventionspfade. Die Betriebskrankenkassen betonen die Rolle der elektronischen Patientenakte (EPA), um Daten zu sammeln und anhand dieser klima- und umweltfreundliches Verhalten zu fördern. 

Abgesehen von der EPA und der zentralen Datenspeicherung der Pflegedokumentation setzt der Dachverband seine Hoffnung in die Digitalisierung und nennt einige konkrete Beispiele. Telemedizin verringere die Anzahl physischer Hausbesuche und Krankenhausaufenthalte. Damit einhergehender, ortsunabhängiger Zugang zu spezialisierter Pflege baue soziale Ungleichheiten im Gesundheitssystem ab. KI könne Energie-, Wasser- und Materialverbrauch in Gesundheitseinrichtungen effizient steuern und so den ökologischen Fußabdruck minimieren. 

Die Betriebskrankenkassen kritisieren auch die veraltete Infrastruktur. Über gezielte Förder- und Transformationsprogramme wie beispielsweise »Klimaschutz im Gesundheitswesen« sollen die Einrichtungen in der finanziellen Förderung unterstützt werden. Einheitliche Qualitätsstandards bei der Beschaffung von Verbrauchsgütern, Gemeinschaftsverpflegung und Mobilitätskonzepten sollen klimafreundliches Wirtschaften ermöglichen. Die Energieeffizienz von Gesundheitseinrichtungen müsse erhöht und das duale Finanzierungssystem transformiert werden. 

THEMEN
UmweltPflege

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