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Prävention
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Gesundheitskompetenz von klein auf fördern

Ersthelferwissen wird heutzutage bereits in vielen Schulen vermittelt. Einer Grundschule in Oberschöna, Mittelsachsen, geht das aber nicht weit genug. In der AG »Die Gesundheits-Checker« wird den Kindern  interprofessionell  Wissen zu verschiedenen Erkrankungen und Präventions­maßnahmen vermittelt – zur Stärkung der Gesundheitskompetenz.
AutorKontaktSindy Barke-Burjanko
Datum 10.09.2025  15:00 Uhr

Der diesjährige Welttag der Patientensicherheit am 17. September steht ­unter dem Motto »Patientensicherheit von Kind an – eine Investition fürs ­Leben«. Gerade in der Pädiatrie ist eine enge, interprofessionelle sowie sek­torenübergreifende Zusammenarbeit von enormer Bedeutung. Apotheker spielen besonders im Medikationsmanagement sowie bei der Herstellung kindgerechter Formulierungen eine wichtige Rolle. Jedoch muss ihre Expertise noch stärker auch in der Gesundheitsbildung von Kindern und Jugendlichen Beachtung finden. Denn die (frühzeitig) erworbene Gesundheitskompetenz kann die Patientensicherheit sowie die Patientenversorgung positiv beeinflussen.

Werden Themen zu gesellschafts­relevanten Erkrankungen wie Demenz, Diabetes mellitus, Infektionen oder psychischen Erkrankungen auch Kindern und Jugendlichen zielgruppenorientiert vermittelt, können diese das Gesundheitswissen aus der Schule in das häusliche Umfeld tragen und zusätzlich eine Multi­plikator- sowie Vorbildfunktion im ­familiären/gesellschaftlichen Setting einnehmen. Zudem kann der früh­­zeitige Erwerb von Gesundheitsinformationen das eigenverantwortliche Handeln von Heranwachsenden ­stärken.

Gesundheitswissen in Schul-AG vermitteln

Ein Beispiel ist die Grundschule in Oberschöna, Mittelsachsen, die seit vielen Jahren die AG »Kleine Lebensretter« anbietet. Ursprünglich lag der Fokus auf der Vermittlung von Erste-Hilfe-Maßnahmen, um Grundschulkindern Kenntnisse im Umgang mit Notfällen nahezubringen, damit diese im Ernstfall schnell und richtig handeln können. Inzwischen hat sich die AG weiterentwickelt und zusätzlich viele Elemente der Gesundheitsförderung integriert. Der Schwerpunkt liegt nunmehr auf der Stärkung des Gesundheitsverständnisses und auf Maßnahmen zur Prävention von diversen Erkrankungen.

Impulsgebend für die Neuausrichtung war die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis. Diese Aktion zielt darauf ab, sowohl medizinischem Fachpersonal als auch der Allgemeinbevölkerung das Thema näherzubringen und das Bewusstsein dafür zu stärken. Sepsis kann aus verschiedenen Infektionen heraus zu einem medizinischen Notfall werden, der oftmals mit einer intensivmedizinischen Versorgung einhergeht – insbesondere, wenn es zu Therapieverzögerungen kommt. Entscheidend ist deshalb, die Symptome schnell und zuverlässig zu erkennen. Die Aufklärung ist somit von enormer Bedeutung und muss eine Vielzahl von Adressaten erreichen.

Arzt, Apotheker und Pädagoge als Team

Auch wenn Kinder nicht primäre Zielgruppe der Kampagne sind, sollten auch sie über Infektionsrisiken informiert werden. Vor diesem Hintergrund wurde die Thematik Infektionen/Sepsis kindgerecht von einem interprofessionellen Team bestehend aus einer medizinisch geschulten pädagogischen Fachkraft, einem klinisch tätigen Arzt und einer Krankenhausapothekerin aufbereitet. Gemeinsam erfolgte auch die Präsentation und Diskussion der Inhalte vor Grundschulkindern. Deren positive Resonanz und Anregungen gaben Anlass dazu, weitere Gesundheitsthemen in das AG-Angebot aufzunehmen.

Mittlerweile umfasst das wöchentliche Spektrum der AG »Die Gesundheits-Checker« neben Ersthelferwissen auch verschiedene Fokusthemen und Mitmachaktionen, die sich an diversen Welttagen wie Welt-Diabetes-, Welt-Herz- oder Welt-Sepsis-Tag orientieren und einmal im Monat stattfinden. Das Gesamtkonzept beinhaltet auch Aspekte des gesellschaftlichen Miteinanders und der Fürsorge. Hier erfahren Kinder zielgruppenorientiert, wie sich degenerative Prozesse zum Beispiel auf das Sehvermögen auswirken und welche Hilfestellungen Betroffene benötigen.

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