»Die erste App gewinnt«, sagt gesund.de-CEO Peter Schreiner. Die digitale Kundenbindung werde immer wichtiger. / © Imago/Rüdiger Wölk
Der Anstieg sei vor allem auf die wachsende Zahl aktiver Nutzerinnen und Nutzer zurückzuführen, wie Gesund.de mitteilt. So sei die App inzwischen 2,7 Millionen Mal heruntergeladen worden. Hohe Zufriedenheitswerte und eine starke Kundenbindung spiegelten sich auch in rund 270.000 verifizierten Apothekenbewertungen wider, die im Durchschnitt 4,95 von 5 Sternen erreichen.
Die digitale Kundenbindung gewinne immer mehr an Bedeutung, heißt es weiter. Ausländische Versandapotheken wüchsen im deutschen Rx-Markt, daher müssten Vor-Ort-Apotheken ihre Kundinnen und Kunden auch über digitale Kanäle binden. Die Wahl der App etwa beeinflusse zunehmend, über welchen Anbieter und welche Apotheke Rezepte eingelöst werden.
»Die erste App gewinnt. Ist sie erstmal auf dem Handy installiert und liefert ein gutes Kundenerlebnis, wird sie dauerhaft zur E-Rezept-App der Wahl«, sagt gesund.de-CEO Peter Schreiner. Der Rx-Absatz im deutschen Apothekenmarkt gehe zurück. Deshalb zähle jedes Rezept.
Neue Apothekenkompetenzen und -aufgaben wie Impfungen, pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) und zusätzliche Beratungsangebote stärkten die Apotheke als niedrigschwellige Anlaufstelle für Gesundheitsfragen. Digitale Angebote erweiterten die Leistungen der Apotheke und ergänzten den persönlichen Kontakt.
Gesund.de weist darauf hin, dass mit dem Rx-Außenumsatz »eine kalkulierte Größe für ärztlich verordnete Arzneimittel« gemeint sei, die Patienten über gesund.de an die angeschlossenen Apotheken übermitteln. Für E-Rezepte werde der tatsächliche Apothekenverkaufspreis zugrunde gelegt, während für Papier- und Telemedizin-Rezepte pauschale Durchschnittswerte verwendet würden.
Gegen die ausgewiesenen Rx-Außenumsätze im Zusammenhang mit Telemedizinanbietern geht die Plattform IhreApotheken.de gerichtlich vor und reichte im Sommer 2025 Klage gegen den Mitbewerber ein. Nach Ansicht des Klägers fördert gesund.de mit seiner Kooperation mit dem Telemedizinanbieter Zava ein rechtlich fragwürdiges Verschreibungsmodell und werbe zudem mit Rx-Umsatzzahlen, die durch die Zava-Kooperation verzerrt seien.
Mit der Klage fordert IhreApotheken.de unter anderem das Ende der Zusammenarbeit mit Zava sowie die Unterlassung bestimmter Werbeaussagen. Gesund.de weist die Vorwürfe zurück und betont, dass die Rezepte und die ausgewiesenen Umsätze rechtmäßig seien.