Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

EPA-Testphase
-
Gematik wertet Start als Erfolg

Aktuell läuft in drei Modellregionen die Erprobung der elektronischen Patientenakte (EPA) für alle. Die Gematik wertet den Start der Testphase als Erfolg. Der bundesweite Roll-out der EPA musste dennoch auf frühestens April verschoben werden. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 13.02.2025  16:00 Uhr

Zur Zeit läuft die Testphase der elektronischen Patientenakte für alle in den Modellregionen Franken, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Hier soll die neue Akte auf Herz und  Nieren geprüft werden, damit später beim bundesweiten Roll-out möglichst keine Probleme auftreten.

Der Start des großen Digitalisierungsprojekts wird von gravierenden Sicherheitsbedenken überschattet, Hackern des Chaos Computer Clubs (CCC) gelang es mit vergleichsweise wenig Aufwand in die Akten einzubrechen. Ursprünglich sollte die EPA schon Mitte Februar in ganz Deutschland eingeführt werden. Inzwischen gibt das Bundesgesundheitsministerium den April als frühestmöglichen Starttermin an. 

Trotz allem wertet die Gematik den Start der Pilotphase als Erfolg und spricht in einer Pressemitteilung von einem »planmäßigen« Start. Demnach haben die Krankenkassen inzwischen 70 Millionen EPA angelegt und damit die Aktenanlage für die Versicherten, die nicht widersprochen haben, erfolgreich abgeschlossen. Auch erste private Krankenversicherungen hätten ihre Mitglieder mit EPA ausgestattet. 

Erste Erkenntnisse und Anpassungen 

Laut der Digitalagentur konnten aus der EPA-Testphase bereits wichtige Erkenntnisse abgeleitet werden. Auch einige Anpassungen seien so angestoßen worden. Die Umsetzung der zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen verlaufe wie vorgesehen und sei maßgebliches Kriterium für den bundesweiten Roll-out. Eine entsprechende Prüfung sei für Mitte März geplant. Wenn diese erfolgreich sei, könne die EPA im April bundesweit starten. 

In ihrer Pressemitteilung listet die Gematik die bisherigen Erkenntnisse der EPA-Pilotphase auf. Diese sind demnach: 

  • Etwa 80 Prozent der teilnehmenden Apotheken und (Zahn-)Arztpraxen in den TI-Modellregionen sind laut Gematik nach dreieinhalb Wochen der Pilotierung technisch ausgestattet. Die Hersteller gehen dabei unterschiedlich vor: So rollen einzelne Hersteller das EPA-Modul Einrichtung für Einrichtung aus. Das führt dazu, dass in einigen der teilnehmenden Einrichtungen das notwendige Softwaremodul zur Erprobung noch fehlt.
  • Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer zeigen nach Aussage der Gematik, dass die grundlegenden und zum Start der neuen EPA verfügbaren Features funktionieren: Einrichtungen konnten demnach bereits Dokumente hoch- und herunterladen und die elektronische Medikationsliste (EML) nutzen. In Teilen konnte bereits mehrfach eine dreistellige Anzahl an Patientenakten befüllt werden.
  • Nutzen Apotheken- oder Praxenteams in den teilnehmenden Einrichtungen einen elektronischen Heilberufsausweis (EHBA), der vor 2021 ausgestellt worden ist, werden aktuell Daten aus verordneten und abgegeben E-Rezepten nicht in die Medikationsliste der EPA übertragen. Eine Lösung konnte laut der Gematik gefunden werden. Die Behebung sei für Ende Februar geplant.
  • Im Wechselspiel zwischen einem Konnektor und einzelnen Primärsystemen ist laut der Gematik ein Kompabilitätsproblem bei der Zertifikatsverschlüsselung festgestellt worden. Das führe dazu, dass sich bei einzelnen Einrichtungen die Erprobung verzögert hat. Hier konnte bereits eine Behebung des Problems vorgenommen werden.

Mehr von Avoxa