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Zulassungsempfehlung
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Gefapixant bei chronischem Husten

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat die Zulassung des Antitussivums Gefapixant empfohlen. Der Wirkstoff soll bei refraktär-chronischem oder chronischem Husten ohne erklärbare Ursache zum Einsatz kommen. Bislang steht kein Therapeutikum zur Verfügung.
AutorKontaktKerstin A. Gräfe
Datum 24.07.2023  12:16 Uhr

Gefapixant (Lyfnua®, MSD) ist der erste Vertreter aus der Gruppe der P2X3-Rezeptor-Antagonisten. P2X3-Rezeptoren gehören zur Familie der purinergen Rezeptoren und sind ATP-abhängige Ionenkanäle, die sich unter anderem auf sensorischen C-Fasern des Nervus vagus in den Atemwegen befinden. C-Fasern werden in Reaktion auf Entzündungen oder chemische Reizstoffe aktiviert.

Unter Entzündungsbedingungen kommt es zur Freisetzung von ATP durch Schleimhautzellen der Atemwege. Die Bindung von extrazellulärem ATP an P2X3-Rezeptoren wird von C-Fasern als Schädigungssignal erkannt und vom Patienten als Hustenreiz wahrgenommen, was wiederum einen Hustenreflex auslöst. Gefapixant blockiert die ATP-vermittelte Aktivierung von P2X3-Rezeptoren, wodurch der Hustenreiz gelindert wird.

Das positive Votum basiert auf den Phase-III-Studien COUGH-1 und COUGH-2 an 2044 Patienten mit chronisch-refraktärem Husten oder chronischem Husten ohne erklärbare Ursache. Sie erhielten randomisiert entweder zweimal täglich 15 mg oder 45 mg Gefapixant oder Placebo. Primärer Endpunkt war die 24-Stunden-Hustenfrequenz in Woche 12 (COUGH-1) beziehungsweise Woche 24 (COUGH-2).

In beiden Studien reduzierte Gefapixant in einer Dosierung von 45 mg verglichen mit Placebo signifikant die 24-Stunden-Hustenfrequenz (COUGH-1: 18,5 Prozent, COUGH-2: 14,6 Prozent). Zudem gaben 77,1 Prozent der 45-mg-Gruppe an, dass sich ihre Lebensqualität unter der Behandlung verbessert habe. In der Dosierung von zweimal täglich 15 mg konnte Gefapixant den primären Endpunkt in beiden Studien nicht erreichen.

Die häufigsten Nebenwirkungen unter der zweimal täglichen 45-mg-Dosis waren eine Störung (41 Prozent), ein Verlust (15 Prozent) oder eine Verminderung (11 Prozent) des Geschmackssinns.

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