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GLP-1-Rezeptoragonisten
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Gallenprobleme als mögliche Nebenwirkung

GLP-1-Rezeptoragonisten gibt es schon einige auf dem Markt. Sie werden erfolgreich bei Typ-2-Diabetes und zunehmend zum Abnehmen bei Adipositas eingesetzt. Eine Metaanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass Erkrankungen der Gallenblase und andere Gallenerkrankungen unter der Therapie häufiger auftreten.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 11.04.2022  09:00 Uhr

Mögliche Ursachen

Warum diese Unterschiede und wie lassen sich die Gallenbeschwerden überhaupt erklären? Grundsätzlich ist bekannt, dass ein schneller Gewichtsverlust, insbesondere aufgrund einer fettarmen Diät, das Risiko für Gallensteine erhöht. Dies könnte auch hier zum Tragen kommen. Die GLP-1-Rezeptoragonisten führen schließlich in der Indikation Adipositas gewollt, in der Regel in Kombination mit einer Diät, zum Gewichtsverlust. Je höher die Dosis (bei Adipositas werden höhere Dosen eingesetzt) und je länger die Therapiedauer, desto besser die Wirkung und desto eher kommt es dann zu Gallenbeschwerden.

Die Studienautoren bringen aber noch ein weiteres mögliches Wirkprinzip ins Spiel. Sie verweisen darauf, dass GLP-1-Rezeptoragonisten die Sekretion des Hormons Cholecystokinin hemmen. Wird dieses oft auch als »Gallenblasenbeweger« bezeichnete Hormon nicht ausgeschüttet, entleert sich die Gallenblase nur verzögert, was die Problematik mit erklären könnte.

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