Um eine europäische Alternative zur US-Datenbank Pubmed aufzubauen, braucht das Informationszentrum Lebenswissenschaften (ZB MED) Mittel. Per Fundraising-Kampagne sollen zwei Millionen Euro zusammenkommen. / © Imago/YAY Images
Die Forschungssouveränität und medizinische Informationsversorgung hängen aktuell von der US-Datenbank Pubmed ab. »Solche Abhängigkeiten bergen Risiken durch politische Entscheidungen, wirtschaftliche Interessen oder technische Ausfälle«, teilte ZB Med mit. In der Vergangenheit sei es durch die Trump-Regierung bereits zur Abänderung bestehender Suchbegriffe oder auch zur gänzlichen Löschung gekommen.
ZB MED möchte mit OLSPub, kurz für Open Life Science Publication Database, eine souveräne europäische Alternative schaffen. »Das Projekt wird Metadaten inklusive der Abstracts eigenständig von den Verlagen einsammeln, damit eine sinnvolle Redundanz zu PubMed schaffen und wissenschaftliches Wissen dauerhaft als öffentliches Gut bereitstellen«, erklärt ZB MED.
Trotz des hohen Bedarfs einer souveränen Forschungsdatenbank wurde der Einrichtung weder eine staatliche Förderung noch eine Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt. »Um den Wünschen der Fachcommunitys nachzukommen und die Entwicklung dennoch voranzutreiben, wählt ZB MED einen anderen Weg und setzt auf gemeinschaftlich getragenes Fundraising als Investition in Unabhängigkeit und Zukunftsfähigkeit«, heißt es von ZB MED.
OLSPub kann sowohl durch Direktspenden als auch via verbindliche Spendenzusagen unterstützt werden. Ziel der Fundraising-Kampagne sind zwei Millionen Euro. »Was wir brauchen: eine langfristige offene deutsche und europäische Alternative zu PubMed, Archivierung von medizinischem Wissen und Verlässlichkeit im KI-Zeitalter in Europa«, so Professor Dietrich Grönemeyer, Arzt, Wissenschaftler und Unterstützer des Projekts.