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ABDA-Wahlprüfsteine
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Frage 4: Wie gelingt ein Netzwerk mit der Ärtzeschaft?

Eigentlich sind sich die Parteien einig, dass Apotheken in der Versorgung stärker genutzt werden müssten. Wie die Vernetzung mit der Ärzteschaft besser gelingen kann, wollte die ABDA von CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP und Linke wissen. Die PZ veröffentlicht in einer Serie zur Bundestagswahl die gesammelten Antworten der Parteien zu allen Fragen der ABDA.
AutorKontaktPZ
Datum 12.02.2025  10:11 Uhr

Wahlprüfstein Bundestagswahl 2025, Frage 4: »Wie möchten Sie die Einbindung von Apotheken vor Ort in die Primärversorgung stärken und die interprofessionelle Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten fördern?«

CDU/CSU

Die Union fokussiert auf »Versorgungssicherheit«, »insbesondere im ländlichen Raum«. In Zeiten knapper Ressourcen sei dabei eine stärkere interprofessionelle Zusammenarbeit unabdingbar. CDU und CSU wollen Hemmnisse in der Zusammenarbeit zwischen Apotheken und Praxen, insbesondere im Hinblick auf überbordende Bürokratie, abbauen. »Abseits des politischen Handlungsfeldes müssen beide Berufsgruppen fehlendes gegenseitiges Vertrauen überwinden«, so der Appell der Union.

SPD

Die SPD sieht Apothekerinnen und Apotheker als festen Bestandteil in interprofessionellen Versorgungsteams. »Sie sollen enger mit den Ärzt*innen, aber auch mit den gut ausgebildeten Pflegekräften zusammenarbeiten, die zukünftig mehr Kompetenzen bekommen, um auch selbständiger in der mobilen Primärversorgung tätig zu sein«, so die Antwort der Sozialdemokraten, die insgesamt eine sektorenübergreifende Versorgungsreform anstreben.

GRÜNE

Eine »starke, sektorenübergreifende Versorgung« ist auch das Ziel der Grünen, die Apotheken sollen eine wichtige Rolle dabei spielen. »Dazu gehören eine verlässliche Versorgung mit Arzneimitteln, die Integration von Telepharmazie und der Ausbau von Gesundheitsdienstleistungen im Präventionsbereich.« Telepharmazie könne vor allem für Personen in strukturschwachen Regionen oder für mobilitätseingeschränkte Patienten von großem Vorteil sein.

FDP

Die Liberalen wollen die ambulanten Strukturen stärken und den Apotheken zusätzliche Kompetenzen geben. Das umfasse eine mögliche Erweiterung der Impfberechtigung mit Totimpfstoffen und patientennahe Schnelltestungen. Als niedrigschwelligen Zugang können sich die Liberalen auch In-vitro-Diagnostika zur Eigenanwendung und die Durchführung von Testungen in der Apotheke vorstellen. Apotheker- und Ärzteschaft sollen aber in solche Überlegungen eingebunden werden, verspricht die FDP.

LINKE

Die Kompetenz der Pharmazeuten will die Linke stärker nutzen, um die Arzneimitteltherapie »besser und sicherer« zu machen. Bei der Kooperation mit Ärzten und Pflegekräften sieht die Partei noch Luft nach oben. »Das muss rechtlich ermöglicht und gefördert werden.« Regionale Gesundheitskonferenzen als Schnittstellen sieht die Linke als guten Weg. »Wir wollen das Gesundheitssystem wieder als Netzwerk gestalten, in dem Kooperation vorherrscht statt Einzelkämpfertum und Konkurrenz.«

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