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Leonardo da Vinci
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Forscher finden DNA-Spuren auf Zeichnung

Kann moderne DNA-Analyse künftig Rätsel um Leonardo da Vinci lösen? Forschende haben auf einer Zeichnung menschliche Erbsubstanz entdeckt. Doch sind genetische Spuren auf Kunstwerken tatsächlich belastbar?
AutorKontaktPZ
AutorKontaktdpa
Datum 08.01.2026  12:00 Uhr

Genetischer Referenzpunkt fehlt

Vom Magazin »Science« befragte unabhängige Fachleute äußerten sich zurückhaltend. Die Ergebnisse seien zwar wissenschaftlich beeindruckend, ließen aber keine eindeutige Zuordnung zu da Vinci selbst zu. Dafür fehle ein gesicherter genetischer Referenzpunkt des Künstlers. Sein Grab im französischen Amboise – unweit von Tours – wurde im 19. Jahrhundert mehrfach gestört, direkte Nachkommen hatte er nicht.

Das internationale Projekt verfolgt nun dem »Science«-Artikel zufolge mehrere Ansätze. Parallel zu den Untersuchungen an Kunstwerken wollen die Forschenden DNA von heute lebenden männlichen Nachfahren aus der väterlichen Linie des Gelehrten analysieren. Außerdem wurden in einer Kirche im toskanischen Vinci Knochen geborgen, die möglicherweise von nahen Verwandten stammen. Erste Datierungen passen in die Lebenszeit von da Vincis Familie.

Methodik hat Grenzen

Das Forschungsteam hebt in dem Preprint die Grenzen der Methode hervor. Oberflächen-DNA auf Kunstwerken sei extrem anfällig für Verunreinigungen durch die Handhabung und Lagerung. Aussagen zu genetischen Spuren gelte es daher sehr zurückhaltend zu treffen. Dennoch sehen die Beteiligten großes Potenzial in ihrem Vorgehen. Biologische Spuren könnten die kunsthistorische Expertise künftig ergänzen – etwa bei der Authentifizierung umstrittener Werke oder beim Schutz von Kulturgütern.

Ob sich damit eines Tages zweifelsfrei Leonardo da Vincis eigene DNA nachweisen lässt, bleibt offen. Sicher ist für die Forschenden nur eines: Der Weg dorthin ist wissenschaftlich anspruchsvoll.

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