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Leonardo da Vinci
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Forscher finden DNA-Spuren auf Zeichnung

Kann moderne DNA-Analyse künftig Rätsel um Leonardo da Vinci lösen? Forschende haben auf einer Zeichnung menschliche Erbsubstanz entdeckt. Doch sind genetische Spuren auf Kunstwerken tatsächlich belastbar?
AutorKontaktPZ
AutorKontaktdpa
Datum 08.01.2026  12:00 Uhr
Forscher finden DNA-Spuren auf Zeichnung

Mit höchst aufwendigen Methoden haben Forschende nun DNA-Spuren auf einer Zeichnung entdeckt, die dem italienischen Maler und Bildhauer Leonardo da Vinci zugeschrieben wird. Ob sie tatsächlich von dem Universalgelehrten stammen, ist wissenschaftlich anspruchsvoll.

In einer noch nicht von Fachleuten begutachteten Preprint-Studie berichten das internationale Forscherteam, dass sich auf dem Bild und auf Briefen aus dem Umfeld der Familie da Vinci ähnliche genetische Merkmale finden. Diese passten zu einer verwandtschaftlichen Linie aus der Toskana – der Herkunftsregion da Vincis.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht eine Rötelzeichnung, die den Kopf eines Kindes zeigt und stilistisch mit da Vinci (1452-1519) in Verbindung gebracht wird. Ihre Urheberschaft ist unter Kunsthistorikern jedoch umstritten. Mit besonders schonenden Abstrichmethoden entnahmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Harinder Singh vom US-amerikanischen J. Craig Venter Institute winzige biologische Proben von Vorder- und Rückseite des Blattes. Anschließend analysierten sie die DNA mit modernen Sequenzierverfahren.

Fragmente des Y-Chromosoms

Neben einem vielfältigen Gemisch aus Bakterien-, Pilz-, Pflanzen- und Tier-DNA fanden die Forschenden auch menschliche Erbsubstanz. Besonders interessiert waren sie an Fragmenten des Y-Chromosoms, das über die väterliche Linie vererbt wird. Diese Sequenzen ordneten sie einer genetischen Gruppe zu, die heute im Mittelmeerraum und auch in der Toskana verbreitet ist, wie das Team in dem Preprint schreibt.

Zum Vergleich untersuchte die Gruppe historische Briefe eines Verwandten von da Vinci aus dem 15. Jahrhundert. Auch dort fanden sie Y-Chromosom-Merkmale derselben übergeordneten Linie. »Das ist ein wichtiger erster Hinweis, aber kein Beweis«, betonen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler laut dem Newsmagazin »Science«. Die DNA sei stark fragmentiert und könne von mehreren Personen stammen, die die Objekte über die Jahrhunderte hinweg berührt hätten.

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