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Bitkom-Umfrage
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Firmen kaum gewappnet gegen hybride Angriffe

Deutsche Unternehmen fühlen sich schlecht auf hybride Angriffe vorbereitet. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des Bitkom-Verbands. Bei einem Internetausfall könnten Firmen im Schnitt ihren Geschäftsbetrieb nur 20 Stunden aufrechterhalten.
AutorKontaktPZ
Datum 12.02.2026  12:00 Uhr
Flächendeckender und umfassender Schutz fehlt

Flächendeckender und umfassender Schutz fehlt

Laut Umfrage hätten die Unternehmen zwar eine Vielzahl von konkreten Vorkehrungen zum Umgang mit erfolgreichen hybriden Angriffen getroffen, es fehle aber ein flächendeckender und umfassender Schutz. 57 Prozent verfügen über Backups ihrer Daten und hätten auch erfolgreiche Restore-Tests durchgeführt, 15 Prozent haben das vor.

In 51 Prozent der befragten Firmen gibt es Ausweicharbeitsplätze beziehungsweise Homeoffice-Regelungen für den Fall, dass im Unternehmen nicht gearbeitet werden kann. Rund ein Viertel hat für den Krisenfall durch zusätzliche Lagerhaltung vorgesorgt. Zudem haben 16 Prozent der Firmen Vereinbarungen mit alternativen Lieferanten getroffen, falls bestehende Lieferketten ausfallen. 28 Prozent setzen auf Sicherheitsüberprüfungen in sensiblen Bereichen. Ebenfalls 28 Prozent haben ein Krisen- oder Notfallmanagement.

Über eine Notstromversorgung verfügen 20 Prozent der Unternehmen; nur jedes zehnte führt regelmäßige Krisenübungen durch. Viele Unternehmen wollen den Schutz hochfahren, zudem planen 4 von 10 Unternehmen höhere Investitionen. »Wir müssen bei den konkreten Vorsorgemaßnahmen für den Fall einer Krise besser werden. Einen Notfallplan braucht jedes Unternehmen, er entscheidet über die Handlungsfähigkeit in den wichtigen ersten Stunden«, sagt Wintergerst. »Die Unternehmen brauchen konkrete Handreichungen und Unterstützung, wie sie vorsorgen müssen und vorsorgen können.«

Staatliche Informationskampagne gewünscht

Ein Problem für die Firmen seien die fehlende Informationen über mögliche hybride Angriffe. Nur rund jedes fünfte Unternehmen fühlt sich aktuell ausreichend durch Sicherheitsbehörden informiert. »Einheitliche und klare Informationen des Staates sind von herausragender Bedeutung«, so Wintergerst. 

Von der Politik erwarten die deutschen Firmen mehr Informationen, Prävention, aber auch konkrete Aktionen. So wünschen sich 71 Prozent eine staatliche Informationskampagne zum Verhalten bei hybriden Angriffen. Um die Prävention zu stärken, unterstützen 79 Prozent verpflichtende Sicherheitsstandards mit praxisnahen Leitlinien, zugleich erwarten 68 Prozent aber auch Förderprogramme für Sicherheitsmaßnahmen. 54 Prozent sprechen sich für eine massive Förderung der deutschen Sicherheitsindustrie aus und 49 Prozent für regelmäßige bundesweite Übungen mit Bevölkerung und Unternehmen.

»Wir müssen die Resilienz von Verwaltung, Wirtschaft, Bevölkerung und Infrastruktur zu einem Top-Thema machen«, so Wintergerst. »Damit das schnellstmöglich gelingt, sollten wir uns an den Staaten orientieren, die dabei schon weiter sind als wir, etwa in Skandinavien.«

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