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Kuriosität der Natur
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Fauchende Schmetterlinge

Was sich wie Science Fiction anhört, ist bei manchen asiatischen Schmetterlingen der Gattung der Schwärmer Realität: Sie fauchen, um Fressfeinde abzuschrecken.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 27.01.2026  07:00 Uhr

Platzt dem Schmetterling der Kragen, wird er laut. Japanische Forschende um Dr. Shinji Sugiura von der Kobe Universität waren erstaunt von dem Verhalten der Art Phyllosphingia dissimilis, die im östlichen Russland, China, Taiwan, Korea und Japan vorkommt.

Das Team wollte herausfinden, wie die Larven und Puppen des Insekts auf das Picken von Vögeln reagieren und imitierten dies mit einer Pinzette. Daraufhin sonderten die Larven sowie die ausgewachsene Tiere des 13 cm langen Falters fauchende Geräusche ab. Über die Erkenntnisse berichtetet das Autorenteam im »Journal of Experimental Biology«.

In dem Moment der Berührung begannen die Insekten mit schnellen Körperbewegungen ein hochfrequentes Geräusch zu erzeugen, das mit einer Lautstärke von 60 dB immerhin der Lautstärke einer normalen Unterhaltung entspricht.

Gepresste Atemluft

Von einigen Insekten wie beispielsweise manchen Motten ist zwar bekannt, dass sie Geräusche erzeugen, um Fressfeinde abzuwehren. Das Interesse der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weckte die Tatsache, dass die Puppen von Phyllosphingia dissimilis überraschend laute Geräusche erzeugen können.

Wider Erwarten entstand das Fauchen nicht durch ein Aneinanderreiben von Körperteilen wie bei Heuschrecken oder das Reiben des Körpers am Boden. Offenbar entstehen die Laute, indem Atemluft durch die Tracheen am Hinterleib gepresst wird. Das legen zumindest die Ergebnisse von Unterwassertests nahe.

Die Forschenden vermuten, dass die Schmetterlinge mit dem schlangenähnlichen Zischen Fressfeinde wie kleine Säugetiere und Vögel abschrecken sollen. Diese wiederum stehen auf dem Speiseplan der Kriechtiere.

Dass Schmetterlinge nicht nur schön, sondern auch smart sind, haben andere Arten etwa bei ihrer präzisen Routenplanung bei der Nahrungssuche bewiesen. 

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