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Apothekenhonorar
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FA fordert Kürzung der Kassen-Vorstandsgehälter

Die Apotheken kämpfen für ein angepasstes Honorar, die Kassen sprechen ihnen diese Notwendigkeit ab – und die Freie Apothekerschaft (FA) fordert  eine »Gleichbehandlung im Geiste des Jahres 2004« – dem Jahr, als zuletzt das Fixum nennenswert erhöht wurde.
AutorKontaktPZ
Datum 25.03.2026  11:42 Uhr

Mit der Forderung reagiert der Verein auf jüngste Einlassungen der Kassen, dass es für die Apotheken keine höhere Vergütung brauche, sondern lediglich eine Umverteilung. Dies sei eine  Behauptung, die die Öffentlichkeit bewusst täusche, entgegnet die FA. Die Vorsitzende Daniela Hänel findet, dass sich die Kassen an die eigene Nase fassen und bei sich selbst ansetzen sollten.

Denn es sei »an Zynismus kaum zu überbieten, wenn Vertreter eines Verwaltungsapparates, deren eigene Gehälter und Strukturen Jahr für Jahr steigen, den Leistungserbringern an der Basis die notwendige Anpassung an die Inflation verweigern«, so Hänel in einer Mitteilung.

Konkret sollten sich die Kassen auf das Jahr 2004 rückbesinnen. In dem Jahr wurde das Packungsfixum auf 8,10 Euro festgesetzt, 2013 minimal auf 8,35 Euro erhöht. Zugleich sind die Kosten stark gestiegen. Hänel warnte: »Eine Umverteilung des Mangels heilt das System nicht – sie beschleunigt nur das Sterben der Apotheken in Deutschland.«

»Echtes Zeichen von Ausgabendisziplin«

Die FA-Vorsitzende bezeichnete es als »echtes Zeichen von Ausgabendisziplin«, wenn auch die Kassen einen solchen »Honorarrückschritt« auf den Stand von vor mehr als 20 Jahren für sich in Kauf nähmen – Apotheken müssten ja auch auf diesem Niveau verharren. Dieselben Maßstäbe müssten auch für die Vorstände des GKV-Spitzenverbandes und der aktuell 94 gesetzlichen Krankenkassen gelten. »Solidarität ist keine Einbahnstraße«, so Hänel.

Kassenvorstände sollten ab sofort keine Prämienzahlungen mehr erhalten, so der Verein weiter. Man fordere einen sofortigen Stopp. »Bonuszahlungen und Prämien in den Teppichetagen der Krankenkassen« seien nicht »mehr vermittelbar«.

Auch bei der Altersvorsorge solle man ansetzen und durchsetzen, dass für Kassenvorstände »konsequent auf das Solidarsystem umgestellt wird, anstatt sie durch exzellent dotierte, beitragszahlerfinanzierte Pensionsrückstellungen abzusichern«. 

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