| Melanie Höhn |
| 17.02.2026 13:18 Uhr |
Da die EU-Kommission die Antibiotikaresistenz als eine bedeutende und wachsende Gesundheitsbedrohung erkannt hat, hat sie ihr seit 2022 Priorität eingeräumt und arbeitet eng mit der WHO zusammen. / © Imago Images / imagebroker
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA), eine Generaldirektion der Europäischen Kommission, haben im Rahmen des EU4Health-Programms Ende 2025 ein Abkommen von über 3,5 Millionen Euro unterzeichnet, um die weltweiten Maßnahmen gegen antimikrobielle Resistenzen (AMR) auszubauen.
Diese Partnerschaft soll die WHO bei der Überwachung der Entwicklung von Antibiotika und medizinischen Gegenmaßnahmen, der Erstellung von Leitlinien für neue antibakterielle Innovationen sowie der Umsetzung der WHO-Prioritätenliste für Krankheitserreger unterstützen. Damit wird angestrebt, Forschung und Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit auf globaler, regionaler und nationaler Ebene zu steuern, heißt es seitens der EU-Kommission in einer Mitteilung. Das Abkommen soll zudem einen besseren Zugang zu neuen und bereits zugelassenen Antibiotika fördern.
Hadja Lahbib, EU-Kommissarin für Gleichstellung, Vorsorge und Krisenmanagement, erklärte: »Antimikrobielle Resistenzen stellen eine ernst zu nehmende, aber oft übersehene Bedrohung dar, die allein in der EU jährlich über 35.000 Menschenleben fordert.« Diese Vereinbarung zwischen der Kommission und der WHO werde »wirkungsvolle Forschungsprojekte und globale Gesundheitsinitiativen zur Prävention und Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen« unterstützen. »Gemeinsam mit der WHO stärken wir unsere Kapazitäten, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen, Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen und die Bevölkerung zu schützen«, so Lahbib.
Da die Kommission die Antibiotikaresistenz als eine bedeutende und wachsende Gesundheitsbedrohung erkannt hat, hat sie ihr seit 2022 Priorität eingeräumt und arbeitet eng mit der WHO zusammen, um neue medizinische Gegenmaßnahmen zu entwickeln und die globale Reaktion zu stärken.
Das Abkommen fördere zudem die Forschung zur Bakteriophagentherapie (Phagentherapie), einer innovativen Behandlungsmethode, die Viren zur gezielten Bekämpfung und Eliminierung von Bakterien einsetzt. Die Phagentherapie gewinne aufgrund ihres Potenzials, arzneimittelresistente Bakterien gezielt zu bekämpfen und Antibiotikabehandlungen zu ergänzen, wieder als vielversprechendes Instrument an Bedeutung. Das Abkommen konzentriere sich auf die Definition von »Best Practices für die Phagentherapieforschung« und die Gewährleistung ihrer sicheren und wirksamen Anwendung.
Im Kampf gegen die Resistenzen hatten verschiedene Bundesministerien etwa die Deutsche Antibiotikaresistenz-Strategie (DART 2030) aufgestellt. Einige Punkte: Mit Impfungen und besserer Hygiene sollen mehr Infektionen verhindert werden, sodass generell weniger Antibiotika nötig sind. Der Antibiotikaverbrauch bei Mensch und Tier soll besser überwacht und die Forschung gefördert werden. Dabei wurden Ziele definiert, mit denen sich die Entwicklung bewerten lässt.