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Hubmanns Video-Botschaft
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»Es braucht viele geschlossene Apotheken«

Mit einem deutlichen Appell, sich an am Apothekenprotesttag am 23. März zu beteiligen, hat sich Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV), an die Apothekenteams gewandt. Die Honorarerhöhung sei zwar zugesagt, es gebe aber noch keinen konkreten Vorschlag. »Wir müssen laut werden«, so Hubmann.
AutorKontaktPZ
Datum 16.03.2026  14:00 Uhr

Den Protesttag am 23. März nannte der DAV-Vorsitzende eine »einmalige Chance«, den jahrelangen Honorarstillstand zu beenden. »Aber noch ist nichts sicher. Trotz sehr konkreter Zusagen zu einer Erhöhung unseres Fixums, auch aus der Bundesregierung, liegt weiterhin kein konkreter Vorschlag vor«, so Hubmann.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) habe sich mehrfach öffentlich hinter die Apotheken gestellt und die Einhaltung des Koalitionsvertrag versprochen. Der Protest sei daher eine »Unterstützung für die Ministerin«, die die Anpassung auf 9,50 Euro umsetzen wolle. »Auch gegen diverse gewichtige politische Widerstände«, wie Hubmann weiß.

Deshalb appelliert der DAV-Vorsitzende in seiner Videobotschaft an die Apothekenteams, sich am bundesweiten Apothekenprotesttag zu beteiligen. »Schließen Sie Ihre Apotheken und machen Sie sich auf den Weg zu einer der vier Kundgebungen.« Um den Apothekenteams die Anreise zum Protest zu erleichtern und trotzdem relevante Massen zusammenzubringen, hat man sich bei der ABDA für die Standorte Berlin, Düsseldorf, Hannover und München entschieden. »Sprechen Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen in der Region. Bilden Sie Fahrgemeinschaften zu den Kundgebungen«, rät Hubmann.

…wenn die Apotheke fehlt

Als Inhaber von Apotheken im oberfränkischen Kulmbach kennt Hubmann die Einwände und Sorgen der Kollegen: »Natürlich fällt es mir, wie Ihnen auch, nicht leicht, meine Apotheke am bundesweiten Protesttag zu schließen. Denn ich weiß, mit welchem Herzen, mit welchem Engagement Sie alle in Ihren Apotheken arbeiten.« Aber es brauche jetzt viele geschlossene Apotheken, »damit den Menschen bewusst wird, was es bedeutet, wenn ihre Apotheke vor Ort nicht mehr da ist«, so der DAV-Vorsitzende.

In der finalen Phase der Apothekenreform müsse die Apothekerschaft deutlich sichtbar machen, wie ernst die Lage ist. Vielleicht noch im März werde die Bundesregierung darüber beraten, ob das Apothekenhonorar in der Arzneimittelpreisverordnung erhöht wird. »Und deshalb braucht es jetzt ein klares Zeichen von uns«, so Hubmann.

Auch in der eigenen Apotheken sollen die Teams den Protest sichtbar machen. Die ABDA stellt Plakate und Materialien bereit – auch um im Vorfeld über die Schließung informieren zu können. Wie die Apothekenteams etwaigen rechtlichen Bedenken begegnen können, hat DAV-Vize Anke Rüdinger im Podcast »PZ Nachgefragt« ausführlich geschildert.

 

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