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Reformpläne
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Ersatzkassen wollen pDL-Zuschuss streichen

Kurz vor der heutigen ersten Lesung des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) fordern die Ersatzkassen, die Mittel für die pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) in die Nacht- und Notdienste zu stecken. Andere Pläne des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) halten sie indes für »grundfalsch«.
AutorKontaktPZ
Datum 27.02.2026  11:16 Uhr

Aus Sicht des Verbands des Ersatzkassen (vdek) stecken in den Reformplänen einige gute Vorstöße, etwa die erleichterte Gründung von Zweigapotheken oder die PTA-Vertretung. Beides wird von Apothekenseite bekanntlich kritisiert. »Das stärkt vor allem den Erhalt von Apotheken auf dem Land«, meinen aber die Kassen.

Wo Apotheken ihrerseits für sich Verbesserungen sehen, melden die Kassen Kritik an. So seien die erleichterten Austauschregelungen bei Rabattarzneimitteln »teuer und unnötig«. »Grundfalsch« sei zudem der Plan, die pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) zu erweitern. »Die Ausweitung des Leistungskatalogs darf sich ausschließlich am Versorgungsbedarf orientieren«, fordert der vdek. Leistungen der Prävention und Früherkennung seien keine originär pharmazeutischen Aufgaben. Die Kompetenzen für die Festlegung weiterer pDL müsse wie bisher auch bei der Selbstverwaltung liegen. »Eine gesetzliche Festlegung von pDL lehnen wir ab.«

Der Verband lobt die BMG-Pläne zum pDL-Fonds. »Derzeit liegen dort fast 540 Millionen Euro, die nicht abgerufen werden.« Diese Mittel sollten für die im Gesetzentwurf vorgesehene Erhöhung der Nacht- und Notdienstpauschale eingesetzt werden, schlägt der Verband vor. Damit könne »auf den geplanten Zuschlag von 20 Cent pro Packung zur Erhöhung der Notdienstvergütung verzichtet werden, bis die Mittel des Fonds aufgebraucht sind«. Künftig sollten die pDL mit den Kassen abgerechnet werden.

Zuletzt hatte BMG-Staatssekretär Georg Kippels (CDU) mit der Überlegung für Aufsehen gesorgt, dass mit den pDL-Geldern die Honoraranpassung auf 9,50 Euro subventioniert werden könnte.  Unions-Gesundheitssprecherin Simone Borchardt (CDU) kann der Idee etwas abgewinnen; sie lobte sie Pläne als »sinnvoll und pragmatisch«.

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