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FDP-Politiker besucht Noweda
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»Einstieg in eine Zwei-Klassen-Pharmazie«

Robert-Martin Montag, Abgeordneter im Thüringer Landtag und FDP-Landesgeneralsekretär, tauschte sich mit dem Noweda-Vorstandsvorsitzenden Michael Kuck über den Referentenentwurf zur Apothekenreform und die Leistungen des Pharmagroßhandels aus. 
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 03.07.2024  12:10 Uhr

Die Vor-Ort-Apotheken und der pharmazeutische Großhandel stehen derzeit vor großen Herausforderungen – das wurde laut einer Pressemeldung beim Besuch des FDP-Landtagsabgeordneten Robert-Martin Montag aus Thüringen bei der Noweda in Neudietendorf bei Erfurt deutlich.

Michael Kuck, Vorstandsvorsitzender der Noweda, stellte bei dem Termin klar, dass Patientinnen und Patienten auch in Zukunft »zuverlässig, schnell und sicher mit Arzneimitteln« versorgt werden müssen. »Dafür brauchen Großhandel und Apotheken gute Rahmenbedingungen. Der aktuelle Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums geht allerdings leider in vielen Punkten komplett in die falsche Richtung«, so Kuck. »Nach den Vorstellungen des Bundesgesundheitsministeriums soll es unter anderem zukünftig Apotheken ohne Apotheker geben. Diese Abkehr von einem fundamentalen Leitbild, das zum Schutz von Patientinnen und Patienten seit Jahrzehnten gilt, stellt nicht weniger als den Einstieg in eine Zwei-Klassen-Pharmazie dar«, erklärte er. 

»Faire und angemessene Vergütung«

Für die Patientenversorgung sei die inhabergeführte Vor-Ort-Apotheke mit fundierter apothekerlicher Betreuung unverzichtbar, sagte Kuck. »Apotheken und pharmazeutischer Großhandel benötigen zudem endlich eine faire und angemessene Vergütung ihrer Leistungen. Die Leistungsstufen sollten sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Deshalb stehen wir als Apothekengenossenschaft weiterhin fest an der Seite der Apotheken.«

Robert-Martin Montag, der in seiner Funktion als gesundheitspolitischer Sprecher der FDP in Thüringen bereits einen Vorschlag zur Apothekenvergütung vorgelegt hat, griff die Argumente auf: »Das Marktumfeld ist auch für den pharmazeutischen Großhandel schwieriger geworden. Eine nachhaltige, zukunftsorientierte und verlässliche Arzneimittelversorgung kann nur gemeinsam mit Großhandel und Apotheken gelingen.«

300 Apotheken mehrmals täglich beliefert

Knapp 50 000 Packungen Arzneimittel und Apothekenprodukte verlassen jeden Tag das Warenlager der Noweda in Neudietendorf und rund 300 Apotheken werden mehrmals täglich auf insgesamt über 100 Touren beliefert, wie Robert-Martin Montag vor Ort erfuhr.

Betriebsleiter Harry Hüttig und Niederlassungsleiter Vertrieb Roland Fliß führten den Politiker durch den Betrieb und zeigten, wie die Noweda ihren Auftrag als Vollversorger erfüllt. Ein Beispiel sei die Lagerung: Damit Arzneimittel ständig verfügbar sind, müsse immer ein Vorrat von mindestens zwei Wochen vorhanden sein. Das schreibe der Gesetzgeber vor.

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