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Protestaufruf der ABDA
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Ein Zeichen gegen die »untragbare Situation«

Noch wenige Tage, bis die Apothekenteams erneut für ihre Belange auf die Straße gehen. Im Endspurt erinnert die ABDA an das Versprechen der Bundesgesundheitsministerin und skizziert die Folgen einer wegbrechenden Versorgung.
AutorKontaktPZ
Datum 18.03.2026  17:00 Uhr

Die Apothekenteams mit ihren mehr als 160.000 Beschäftigen setzten sich für ein Ende der chronischen Unterfinanzierung der Apotheken ein und kämpften für eine sofortige Erhöhung des Apothekenhonorars, bekräftigt die ABDA in einer Mitteilung. Die Standesvertretung hatte Ende Februar den 23. März als bundesweiten Protesttag ausgerufen.

ABDA-Präsident Thomas Preis skizzierte, wie stark die Schere zwischen Honorar und Kosten auseinandergegangen sei; seit 13 Jahren hat es bekanntlich keine Anpassung mehr gegeben, gleichzeitig sind die Betriebskosten um 65 Prozent gestiegen. In der Folge gehen immer mehr Apotheken wirtschaftlich in die Knie; seit 2013 hätten mehr als 20 Prozent der Apotheken schließen müssen – »für die Menschen in den Städten und auf dem Land verlängern sich somit die Wege zur nächsten Apotheke«, warnte Preis.

Preis bezeichnete die Lage vieler Apotheken als »untragbare Situation«, auf die man die Gesellschaft  aufmerksam machen wolle. In Berlin, München, Hannover und Düsseldorf wird es zentrale Kundgebungen in den Innenstädten geben. Die allermeisten Apotheken werden demnach am 23. März geschlossen bleiben. Zur Akutversorgung mit dringenden Medikamenten am Protesttag stünden rund um die Uhr über 1.000 Notdienstapotheken bundesweit bereit. Nicht akut notwendige Rezepte sollten noch vor dem Protesttag oder dann wieder ab Dienstag, 24. März, eingelöst werden.

Dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) den Koalitionsvertrag umsetzen und das Honorar anpassen will, begrüßte Preis. Diesen Kurs gelte es zu stützen.  »Das ist wichtig, weil der demografische Wandel und die Krisenresilienz der Arzneimittelversorgung sehr gewichtige Argumente sind, warum wir starke, heilberuflich geführte Apotheken für die Zukunft brauchen, die sogar noch mehr Aufgaben im Gesundheitswesen übernehmen. Aber Apotheken gibt es nicht zum Nulltarif«, so der ABDA-Präsident.

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