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Pharmadialog
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Ein Plan gegen Lieferengpässe

Die Arzneibranche wächst trotz Wirtschaftskrise. Doch Patienten erleben immer wieder Engpässe. Nun will die Regierung die Standortbedingungen verbessern – aber auch die Ausgaben im Zaum halten.
AutorKontaktdpa
Datum 13.11.2025  07:56 Uhr

Deutschland soll nach Plänen der Bundesregierung angesichts von Engpässen bei manchen Standard-Arzneien als Pharma- und Medizintechnikstandort attraktiver werden. Die Branchen seien wichtig für eine hochwertige Gesundheitsversorgung und leisteten einen erheblichen Beitrag zu Wertschöpfung und Innovationskraft, sagte Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) nach einem Treffen mit Vertretern von Firmen und Verbänden. Ziel ist, bis zum nächsten Jahr Maßnahmen für bessere Bedingungen zu erarbeiten.

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte, es gelte, die Innovationskraft »Made in Germany« zu stärken und die Versorgungssicherheit weiter auszubauen. Im Blick stehe, Bürokratie abzubauen und Prozesse zu beschleunigen. »Gleichzeitig müssen die Kostensteigerungen für das Gesundheitssystem insgesamt eingedämmt werden.« Auch der Pharmabereich müsse hierzu seinen Beitrag leisten.

Das Treffen im Kanzleramt sollte den Auftakt zur Entwicklung einer Pharma- und Medizintechnikstrategie bilden. Nun folgt ein ressortübergreifender Dialogprozess unter Federführung des Gesundheitsministeriums. Warken betonte, die Themen sollten zusammen mit Akteuren aus Industrie, Verbänden, Wissenschaft, der Selbstverwaltung des Gesundheitswesens und Patientenvertretern erörtert werden. Bestehende Formate – eine Pharmastrategie und ein Pharmadialog – sollen zusammengeführt werden.

Arzneien immer wieder knapp

Die Pharmaindustrie wächst als eine der wenigen Branchen in Deutschland, doch immer wieder kommt es zu Engpässen – etwa bei Fiebersäften, Schmerz- und Diabetesmitteln oder Antibiotika. Bei vielen Mitteln ist Deutschland stark von China und Indien abhängig.

Die Branche macht Kostendruck durch die Politik mitverantwortlich. So hätten sich Hersteller etwa aus der Produktion von Penicillin zurückgezogen, weil die Preisregulierung in Deutschland keine Weitergabe steigender Kosten an Kunden zulasse.

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