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Offene Diskussion

Datum 25.07.2005  00:00 Uhr

Offene Diskussion

Wenn sich das Verfassungsgericht nicht querstellt, wählen wir am 18. September einen neuen Bundestag. In der nachfolgenden Woche findet in Köln der Deutsche Apothekertag statt. Ein idealer Zeitpunkt, um die gesundheitspolitischen Positionen der Apothekerschaft in die Öffentlichkeit zu kommunizieren.

Das Sommerloch fällt in diesem Jahr aus. Der Wahlkampf füllt das saisonabhängige Nachrichtendefizit mehr als aus. Eine Bewertung der Regierungsprogramme ist bislang jedoch noch schwierig. Zu vage sind die Aussagen der Parteien. Noch steht nicht fest, wo die Parteien ihre Schwerpunkte legen ­ auf die Steuerreform oder auf den Umbau der sozialen Sicherungssysteme. Eines ist allerdings sicher: Die Gesundheitspolitik spielt nur eine Nebenrolle.

Da Wahlkampf-Aussagen noch lange nicht mit der Politik der neuen Regierung übereinstimmen, haben die Leistungserbringer nach der Bundestagswahl womöglich gute Chancen, ihre Konzepte einzubringen. Koalitionen zwingen zu Kompromissen, Die Reformvorstellungen der Leistungserbringer könnten deshalb von manchem Politiker dankbar aufgegriffen werden.

Der Deutsche Apothekertag in Köln hat in doppelter Hinsicht eine besondere Bedeutung. Er ist der erste unter Führung des neuen ABDA-Präsidenten Heinz-Günter Wolf, der neuen BAK-Präsidentin Magdalene Linz sowie des neuen Hauptgeschäftsführers Dr. Hans-Jürgen Seitz. Nach dem Programm dürfte es außerdem ein sehr offener und sachorientierter Apothekertag werden. Die Themen »Nutzenbewertung von Arzneimitteln«, »Pharmakovigilanz« und »Zukunftsaufgaben der Apotheker« werden nicht nur aus der verbandsinternen Sicht diskutiert sondern auch von Ärzten und den anderen Marktpartnern.

Das mutige Konzept macht außerdem deutlich, dass die Apothekerschaft sich nicht verstecken muss, sondern sich der Diskussion mit der Gesellschaft stellt. Die Apotheker müssen klarstellen, dass sie zur Nutzenbewertung von Arzneimitteln und zur Pharmakovigilanz viel zu sagen haben. Nur dadurch kann der Gesellschaft gezeigt werden, dass die deutschen Apothekerinnen und Apotheker für eine sichere Arzneimittelversorgung unverzichtbar sind und nicht, wie Professor Dr. Karl Lauterbach kolportieren lässt, nur nach den Rabatten schauen.

Die Diskussion in Köln soll offen im gesamten Berufsstand geführt werden. Es ergibt wenig Sinn, wenn Verbandsvertreter hinter verschlossenen Türen diskutieren . Das ist der ausdrückliche Wunsch und Wille der neuen ABDA-Spitze. Deshalb sollten nicht nur Delegierte der Kammern und Verbände zur Hauptversammlung nach Köln kommen, sondern möglichst viele Apothekerinnen und Apotheker, aus allen Tätigkeitsbereichen. Ich bin sicher, es wird sich lohnen und jeder wird mit dem Gefühl nach Hause gehen, die Zukunft der Apotheker mitgestaltet zu haben.

Professor Dr. Hartmut Morck
Chefredakteur
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