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Nachhaltigkeit
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DocMorris greift mit Ökobilanz Apotheken an

Das Unternehmen Doc Morris testet in einem Pilotprojekt den Einsatz von Mehrwegverpackungen und versucht dadurch, seine Ökobilanz im Vergleich zu Vor-Ort-Apotheken als vorteilhafter darzustellen.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 29.01.2025  14:42 Uhr

Der niederländische Versandhändler versucht, die Umstellung auf Mehrwegverpackungen als einen Vorteil im Wettbewerb mit Vor-Ort-Apotheken aussehen zu lassen. Seit Januar teste der Konzern am Logistikstandort in Ludwigshafen den Einsatz von Mehrwegverpackungen für den Versand von Gesundheits- und Pflegeprodukten.

»Mit den Mehrwegverpackungen unseres Kooperationspartners Ravioli könnten wir beim Versandmaterial den CO2-Ausstoß bei einer Lebensdauer von zehn Umläufen um bis zu 80 Prozent senken. Das verbessert unsere CO2-Bilanz, die schon heute Vorteile gegenüber einer dezentralen Arzneimittelversorgung durch Vor-Ort-Apotheken aufweist«, erklärte Anne Walter, Head of Corporate Sustainability bei DocMorris, in einer Meldung des Konzerns. Dies sei wissenschaftlich belegt und darauf zurückzuführen, dass bei DocMorris viel Liefer- und Individualverkehr entfalle. 

Ausweitung auf andere Produktgruppen

Ziel sei es, den Bedarf an Verpackungsmaterial und das damit verbundene Abfallvolumen um bis zu 50 Prozent zu reduzieren. In einem Testlauf würden 1500 Kunden ihre Bestellung in wiederverwendbaren Verpackungen erhalten. Jede Lieferung vermeide 100 Gramm Papiermüll. Durch Optimierung und Standardisierung der Verpackung könne die benötigte Anzahl an Transportpaletten im Versandprozess deutlich verringert werden – so würden 40 LKW-Fahrten pro Jahr eingespart.

Statt entsorgt zu werden, könne die Mehrweg-Verpackung nach Gebrauch einfach flach zusammengefaltet und »bequem in jeden Briefkasten eingeworfen oder dem DHL-Boten übergeben werden«. Das Porto für die Rücksendung an Ravioli sei bereits bezahlt. Die Mehrweg-Verpackungen würden anschließend vom Unternehmen geprüft, gereinigt und wieder in den Versand gegeben.

DocMorris wolle die Ergebnisse des Pilotprojekts analysieren und daraus Konsequenzen, wie die mögliche Ausweitung auf andere Produktgruppen, ableiten. Zukünftig sollen die Kunden die Wahl haben, ob sie die Vorteile eines nachhaltigen Versands mit Mehrweg-Lösungen nutzen wollen, »ohne Abstriche beim Schutz der Produkte während des Transports machen zu müssen«. 

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