Der Versender geht eine Partnerschaft mit dem US-Tech-Giganten Google ein. / © DocMorris
Vier Kernbereiche soll die Zusammenarbeit zwischen dem Versender aus Heerlen und dem US-Tech-Giganten umfassen: KI-Gesundheitsbegleiter, KI-gestützte Online-Apotheke, operative Effizienz sowie Cloud- und Datensicherheit, wie Doc Morris mitteilte. Die Kooperation sei Teil der Transformation des Versenders hin zu einem »AI‑First«-Unternehmen. Dafür nutzt Doc Morris demnach verschiedene Google-Dienste, etwa Gemini‑KI‑Modelle, die Google‑Cloud‑Infrastruktur, Google for Health, YouTube und Health Connect.
Man befinde sich auf dem Weg zu einer digitalen, KI-gestützten Gesundheitsplattform, die Partnerschaft mit Google beschleunige diese Entwicklung, so Doc-Morris-CEO Walter Hess. Den Kundinnen und Kunden solle ein »direkter und sicherer Zugang zu ihrer eigenen Gesundheitsgeschichte« ermöglicht werden. Die Übertragung der Daten an Google Cloud entspreche den hohen Datenschutzstandards im Gesundheitswesen.
Philipp Justus, Vice President von Google Central Europe, kommentierte, mit der Partnerschaft setze Doc Morris »einen neuen Standard für ein personalisiertes, effizientes und sicheres Gesundheitsökosystem«.
Zunächst hatte Doc Morris allerdings weiterhin hohe Verlustzahlen für das abgelaufene Jahr zu melden. Unter dem Strich stand 2025 ein Fehlbetrag von 134,4 Millionen Franken nach einem Minus von 97,3 Millionen im Vorjahr. Der Umsatz kletterte laut dem Unternehmen zwar um 10,6 Prozent auf 1,13 Milliarden Franken. Die Erlöse lagen aber gerade einmal bei 1,12 Milliarden Franken. Für 2026 rechnet das Unternehmen nur mit einem moderaten Umsatzplus.
Konzerntochter Teleclinic bescheinigt Doc Morris allerdings ein »dynamisches, profitables Wachstum« mit plus 124 Prozent in Lokalwährung auf 25 Millionen Franken. Für 2026 werde ein Umsatzwachstum im mittleren zweistelligen Prozentbereich erwartet.
Für 2026 bekräftigt das Management das Ziel, auf Basis des operativen Ergebnisses die Gewinnschwelle zu erreichen. Strategisch wichtig sei die Partnerschaft mit Google.
Um die Kosten zu senken, will Doc Morris einen Standort in Ludwigshafen zum Ende Juni 2026 schließen und die dort angesiedelte Logistik vollständig ins Verwaltungs- und Logistikzentrum in Heerlen verlagern. Der Versender erwartet dadurch ab 2027 eine jährliche Verbesserung des operativen Ergebnisses von mehr als zwei Millionen Euro. Zunächst kostet die Standortschließung 2026 allerdings einmalig drei bis vier Millionen Euro sowie Jobs – den rund 100 betroffenen Mitarbeitenden würden freiwillige individuelle Abfindungsangebote unterbreitet.