Doc Morris hat seine vorläufigen Zahlen aus dem letzten Quartal 2025 vorgestellt. Im März soll das finale Jahresergebnis verkündet werden. / © DocMorris
Laut vorläufigen, ungeprüften Zahlen erzielte der Versender 2025 einen Gesamtumsatz von rund 1,2 Milliarden Schweizer Franken, was rund 1,29 Milliarden Euro entspricht. Im wichtigen Markt Deutschland verzeichnete Doc Morris im vergangenen Jahr knapp 12 Prozent mehr beim Gesamtumsatz und erzielte rund 1,1 Milliarden Franken (1,18 Milliarden Euro).
Im Rx-Bereich wuchs der Gesamtumsatz in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent auf knapp 235 Millionen Franken. Bei OTC legte Doc Morris um um 5,4 Prozent auf knapp 888 Millionen Franken zu (alle Prozentangaben in Lokalwährung).
Eigentlich zählen Umsätze zu den wenig aussagekräftigen wirtschaftlichen Kennzahlen, hier verdeutlichen sie aber, wie sehr der Versender inzwischen von Konkurrent Redcare (vormals Shop Apotheke) abgehängt wurde. Während Doc Morris etwa ein Drittel mehr bei Rx umsetzte, gelang Redcare eine Verdopplung: Anfang Januar ließ der Mitbewerber aus Sevenum wissen, dass man im vergangenen Jahr den angestrebten Rx-Umsatz von einer halben Milliarde Euro erreicht habe. Laut den vorläufigen Zahlen stiegen die Rx-Umsätze 2025 im Vorjahresvergleich um 98 Prozent auf 503 Millionen Euro.
Im Schlussquartal nahm Doc Morris seinerseits leicht an Fahrt auf. In Lokalwährung stieg der Umsatz um 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, um 6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Dass sich die Geschäftsentwicklung im letzten Quartal beschleunigt habe, sei »vor dem Hintergrund der gesteigerten Marketingeffizienz bei den rezeptpflichtigen Medikamenten positiv einzuordnen«, betonte CFO Daniel Wüest. Man freut sich also, dass Marketinginstrumente wirken. Zuletzt hatte Doc Morris seine Rx-Boni angehoben – der Versender steht wegen seiner Bonusaktionen in der Kritik, weil er damit geltendes Preis- und Werberecht unterläuft.
Im operativen Geschäft verzeichnet Doc Morris weiterhin Verluste. Man gehe von einer Ebitda-Erwartung von minus 48 bis minus 52 Millionen Franken aus, heißt es. Das Management hält gleichwohl an seinem Ziel fest, die Ebitda-Gewinnschwelle im Verlauf des Jahres 2026 zu erreichen.
Ein Plus bei den aktiven Kunden: Die Anzahl sei im vierten Quartal von 10,6 Millionen auf 11 Millionen beziehungsweise im Gesamtjahr von 10,3 Millionen auf 11 Millionen gestiegen, heißt es.
Auf seine digitalen Services kann der Versender offenbar setzen: Die Doc-Morris-Tochter TeleClinic steigerte demnach den Umsatz 2025 um 124 Prozent auf 24,9 Millionen Franken. Retail Media und Marktplatz wuchsen 2025 um 88 Prozent auf 13,6 Millionen Franken. Beide Segmente machen nach wie vor nur einen kleinen Umsatzanteil aus.
CEO Walter Hess bescheinigt der Onlineapotheke »ein robustes Wachstum im Kerngeschäft« im vergangenen Jahr sowie den digitalen Services »eine hohe Dynamik«. Am 19. März will das Unternehmen Jahresergebnis 2025 und Ausblick 2026 verkünden.